„Es macht mich eben glücklich!“
Maria-Theresa Faulstich wurde für ihre Arbeit im Altenheim ausgezeichnet
Seit zwei Jahren betreut Maria-Theresa Faulstich aus Finsterbergen Senioren im AWO Alten- und Pflegeheim Friedrichroda – und das ehrenamtlich! In der vergangenen Woche wurde die 16-Jährige mit dem Thüringer Förderpreis „jugend@ehrenamt“ aus- gezeichnet. Oscar-Redakteur David Ortmann hat die Schülerin getroffen und sie gefragt:
Warum machst du das?
Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, dich ehrenamtlich zu engagieren?
2008 war der erste Schülerfreiwilligentag. Da sind wird von der Schule aus in das Alten- und Pflegeheim gegangen. Durch die Erfahrung, die ich an dem Tag gemacht habe, habe ich beschlossen, weiter zu machen.
Eigentlich gehen junge Frauen in deinem Alter anderen Hobbys nach. Warum machst du das?
Weil es mich glücklich macht. Es befriedigt mich, wenn ich weiß, dass ich jemandem helfen kann.
Was machst du denn in dem Altenheim?
Am Nachmittag helfe ich erstmal beim Kaffeeservieren oder beim Tischabräumen. Danach begleite ich die Leute zu den einzelnen Therapien.
Gab es schon traurige Momente?
Es sterben ja auch Leute. Sie sind ja
alle nicht mehr die Jüngsten. Da muss man dann wirklich auch sagen: Die haben ihr Alter gehabt. Ich darf das nicht so nah an mich herankommen lassen, dass es mein Ehrenamt gefährdet. Das musste ich auch erstmal lernen.
Warum macht dich das so glücklich, wenn du anderen helfen kannst?
Ich denke immer daran, dass auch die Zeit kommen wird, in der ich in diesem Alter bin und vielleicht selbst in einem Pflegeheim sitze und Hilfe benötige. Da würde ich mich auch freuen, wenn jemand da ist und mir das Leben ein bisschen angenehmer gestalten würde, in- dem er einfach mal zuhört und ein bisschen frischen Wind rein bringt.
Welche schönen Situationen hast du schon erlebt?
Die Leute erzählen viel aus ihrer Jugend und es ist schon ziemlich lustig, weil sie über viele Dinge berichten, die genauso sind wie heute. Wir haben immer noch den selben Blödsinn im Kopf, den die damals auch schon ausgeheckt haben.
Was machst du denn, wenn du dich nicht um die Senioren kümmerst?
Ich spiele Gitarre, Orgel und habe über sieben Jahre lang Akkordeon gelernt, ich singe im Gospelchor und bin im Schulsanitätsdienst aktiv.
Was sagen deine Freundinnen und Freunde zu deinem Hobby?
Die finden es gut, dass ich das mache. Sie sagen aber auch, dass sie es nicht machen würden. Meine Eltern und Großeltern freuen sich aber darüber. Die sind richtig stolz.
Was machst du mit den 1000 Euro Preisgeld, die du für dein Ehrenamt bekommen hast?
Ein Teil des Geldes geht an das AWO-Pflegeheim. Einen anderen Teil bekommt das Kinderhospitz in Tambach-Dietharz und der größere Teil ist für meinen Führerschein im kommenden Jahr bestimmt.



