Liebesgott Amor ist zurück in Gotha

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Es waren einmal vier kleine Figuren. Sie alle stellten den römischen Liebesgott Amor dar – in vier feschen Variationen.

Nr. 1 trug eine Maske vor dem Gesicht, Nr. 2 war mit Bogen und Pfeilen bewaffet, Nr. 3 hält ein Herz in der Hand und Nr. 4. spielt auf einer Violine – so jedenfalls beschreibt es das Inventarverzeichnis der Kunstkammer des Schlosses Friedenstein aus dem Jahr 1764.

Die aus Bernstein geschnitzten Vierlinge lebten seither glücklich und zufrieden auf Schloss Friedenstein.

Bis 1945.

Dann wurde eines dieser vier „Kindergen von Birnstein“ – wie sie dereinst benannt wurden – gestohlen: Es war der Bogenschütze – wohl deshalb, weil so der Liebesgott am häufigsten dargestellt wurde.

Von den vier frivolen Figürchen gibt es seither nur noch ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto: von jenem Amor wie er mit Pfeil und Bogen in die Ferne zielt.

Genau dort aber – in der Ferne – befand sich diese kleine Pausbacke Genauer in Lübeck, in der kulturhistorischen Abteilung des St. Annen-Museums.

Das fand Agnes Strehlau heraus. Die studierte Kunsthistorikerin arbeitet seit 2015 auf dem Schloss Friedenstein. Und sie stieß beim Sichten von Dokumenten auf einen Verweis, wonach der 11,5 cm kleine Amor in Lübeck sein könnte.

Eine Rückfrage der Friedensteiner dort bestätigte dies. Laut Unterlagen des Lübecker Museums war der Herzensjäger 1950 vom Hamburger Kunsthändler Kurt Nass angeboten und vom St. Annen-Museum in Lübeck für 400 DM erworben worden.

Heute nun kam Dr. Dagmar Täube, die Leiterin des Lübecker Museums, nach Gotha. Nicht allein, sondern mit dem Mini-Amor im Gepäck. Sie stand „Oscar am Freitag“-TV Rede und Antwort wie auch Ute Däberitz, die Kustodin der Kunstkammer:

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