Gothas BER heißt Uelleber Straße

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Mai 2018 – Baubeginn auf 200 m für eine grundhafte Sanierung. Bauzeitende soll „Ende des Jahres“ sein, sagt der neue Tiefbauamtsleiter Denis Steger im „Oscar am Freitag“-TV-Interview am 16. Mai 2018.

Zunächst ist es der Zweckverband „Gotha und Landkreisgemeinden“, der umfangreiche Kanalarbeiten vornimmt (siehe HaZweiOh vom 31.5.2018). Die sollen eigentlich Ende Juli beendet sein…

Dann ruhen plötzlich im Sommer auf Wochen die Arbeiten. Grund: Der Weimarer Baufirma fehlte es an Arbeitern, weil die bisherige Baukolonne komplett zu einem Konkurrenten „übergelaufen“ war. Klar wird, dass der Zweckverband nicht Ende Juli seine Baustelle übergeben kann – Voraussetzung dafür, dass der Straßenbau beginnen kann, die Gehwege gepflastert werden können etc.

Am 28. September berichtet „Oscar am Freitag“-TV wegen der offensichtlichen Verzögerungen erneut und u. a., dass laut Stadtverwaltung die Tiefbau- und Kanalarbeiten Ende September und alle anderen Bauarbeiten zum 31.12.2018 abgeschlossen sein sollen.

Der Juli-Termin für die Wasser- und Abwasservorhaben kann nicht gehalten werden. Erst Mitte Oktober ist man damit fertig.

Im Dezember-„Rathauskurier“ heißt es dann auf Seite 14, dass „die zum Jahresende geplante, vollständige Verkehrsfreigabe nicht realisierbar ist.“ Soweit die Witterung mitspiele, solle die Straße fertig werden und wolle man prüfen, ob über die Wintermonate die Sperrung für den Fahrzeugverkehr aufgehoben werden könne. „Für eine vollständige Verkehrsfreigabe müssen aber auch die Nebenanlagen, wie die Gehwege, die Beschilderung, die Straßenleuchten usw. fertiggestellt sein.“ Wann genau das sein werde – diese Prognose stellte man seitens der Stadt schon nicht mehr.

Auf Anfrage von „Oscar am Freitag“-TV hieß es dann vom Pressesprecher der Stadt am 7.1.2019, dass noch weitere vier Wochen nötig sein würden…

Wir haben jetzt Gewerbetreibende und Anrainer der Uelleber Straße besucht und nach Auswirkungen der Verzögerung befragt. Zudem baten wir die Stadtverwaltung um eine klare Ansage, was denn nun gehauen und gestochen ist.

Tiefbauamtsleiter Denis Steger gab telefonische Auskunft – er hofft auf die Zielflagge Ende Februar. Falls aber nächste Woche Väterchen Frost noch einmal gastiert, könne nicht weiter gepflastert werden. „Dann verschiebt sich der Termin vermutlich bis Mitte März…“

Dann wären es mehr als zehn Monate Bauzeit gewesen.

Dazu der Kommentar von Rainer Aschenbrenner:
„Seit Einstein wissen wir um die Relativität von Raum und Zeit:
200 m misst diese Baustelle.
Die kann man in 19,19 s schaffen. Heißt man Usain Bolt, der damit den aktuellen Weltrekord hält.
Selbst eine Weinbergschnecke – aus heimischen Gärten bekannt – hätte für diese 200 m nur etwa 68 Stunden gebraucht.
200 m Baustelle können aber gut und gerne auch mindestens 10 Monate dauern.
Selbst da offenkundig die Ursache dafür NICHT bei der Stadtverwaltung liegt, wäre mehr Transparenz wichtig. Über den Bauverzug erfuhren die Betroffenen – wenn überhaupt – aus den Medien. In Gotha, wo ein Großmeister der Kommunikation seit 2006 Oberbürgemeister ist, sollte das anders sein.
Was (und vor allem: wem?) schadet es, klar zu sagen, was die Stadt getan hat, damit der Bauplan eingehalten wird und was die Stadt NICHT tun kann, weil eben eine ausgeschriebene Bauleistung was anderes ist als wenn unsereins privat einen Handwerker beauftragt? Das sind Dinge, die weiß Otto Normalbürger nicht.
Aber klar ist auch: Siege verkünden sich eben immer besser
.“

 

 

MSB Kommunikation

1 KOMMENTAR

  1. Sehr gut. Es ist schon peinlich, das die Anrainer und die Bürgerinnen und Bürger nicht informiert werden. Selbst wir als Stadträte bekamen immer nur Scheibchenweise notwendige Informationen. Auch wir könnten uns nur an der Presse orientierten. Verwunderlich für mich ist die Ankündigung, das man Ende Februar die Arbeiten fortsetzen zu können. Aus einer Information des OB aus den letzten Sitzungen wurde uns um Herbst schon der Verzug mitgeteilt und schon mit dem Hinweis, das die Bitumenanlagen im Dezember schließen und erst wieder im Mai öffnen. Also wie will man im Februar die Arbeiten fortsetzen?

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