Das verflixte siebte Jahr – „Londoner“ sagt „Good bye!“

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Gotha. „Der Londoner“ wird zum 30. September seinen Geschäftsbetrieb beenden. Das teilte Maik Schulz, der Geschäftsführer der betreibenden Gastro GmbH an diesem Donnerstag mit.

„Für mich ist das natürlich ein überaus bitterer Tag“, sagte Schulz. Es hätten sich aber in den vergangenen Jahren die Bedingungen in der Gastro-Branche deutlich verschlechtert.

Zugleich sei die demographische Entwicklung in Gotha für ein Objekt dieser Nutzungsart – Pub und Veranstaltungsort – schwierig: „…uns fehlen in der Stadt die Milleniums.“

2013 musste der Pub „The Londoner“ aus der Perthesstraße ausziehen, weil er in jenem Gebäudekomplex seit 2002 seinen Standort hatte, das als Perthesforum hergerichtet wurde.

Im Alten Schlachthof wagte Maik Schulz als neuer Betreiber einen Neustart: „Damals gab es zwei Bars in Gotha, eine einzige Musikveranstaltung pro Quartal in der Stadthalle und keine Klein-Konzerte, wie sie die KulTourStadt und der art der stadt jetzt regelmäßig machen. Auch Buchlesungen, wie mittlerweile regelmäßig durch die Bibliothek durchgeführt, fanden nicht statt.“ Genau dies alles aber habe im neuen „Londoner“ ein neues Zuhause gefunden.

Schulz erinnerte daran, dass seit Eröffnung im September 2013 577 Veranstaltungen – also knapp 80 pro Jahr – stattfanden. Fast alle gab es im Zeitraum von September bis Mai: Das waren 240 Live-Konzerte, 118 Musik- und Diskopartys, 30 Lesungen „…und nicht zu vergessen 27 Politveranstaltungen wie z. B. unsere Podiumsdiskussionen vor Wahlen.“

Er sei sich sicher, dass der „Londoner“ seinen Beitrag zum kulturellen Leben in dieser Stadt geleistet habe: „Das müssen jetzt andere übernehmen –und haben das ja schon.“

Nun sei im „berühmt-berüchtigten und verdammten siebten Jahr“ Corona dazu gekommen: Dies bedeutete, Konzerte mit Abstandsregeln machen zu müssen. „Das durften dann maximal 20 Leute sein. Wie sollte sich so etwas refinanzieren?“

Schulz sah angesichts der anhaltenden Beschränkungen keine positive Weiterführungsprognose, sagt aber auch: „Corona war ganz sicher nicht der einzige Grund. Aber es ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wir hatten 2.574 Tage geöffnet – es kommt kein weiterer hinzu.“

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3 KOMMENTARE

  1. Alles Gute für euch. Es werden leider noch einige auf der Strecke bleiben. Die gute alte Gastronomie wird aussterben. Für einen Koch oder Küchenhilfe hätte ich Platz. Nur am Tage keine Schichten regelmäßig WE frei.
    0174 3324522

  2. Mit Sicherheit ist am Aus des Londoner nicht die Gastrobranche schuld. Es ist das profillose Allerwelts Konzept des M. Schulz, der als unnachgiebiger Boss über allen stand. Er war bzw ist unfähig eine gerade Linie zu fahren.
    Nie werd ich sein Eiertanz vergessen als er Wiebke Muhsal eingeladen hatte. Nicht weil es ihm um eine Demaskierung ging, wie er vollmundig behauptete, sondern es war einzig eine Taktik der Provokation, um Leute in den Laden zu kriegen. Das zeigte er mit jeder Faser seines Körpers an dem Abend. Inhaltlich war er Null vorbereitet, und bot damit einer dankbaren Demagogin eine weitere Bühne für ihre Lügen.
    Es sollten großspurig Fakten geprüft werden, falls die Muhsal log. Allein, sie musste nur Zahlen vermeiden, um das ganze durchsichtige Konzept zum Einsturz zu bringen. So konnte sie eine Unwahrheit nach der anderen raushauen. Und Schulz saß da, gefiel sich wieder mal selbst und raffte entweder überhaupt nicht was er da angerichtet hatte oder er konnte endlich durch die Blume seine Sympathien für gewisse populistische Thesen zum Ausdruck bringen.
    Das Aus für den Londoner ist da nur konsequent.

    • Nein, die Gastro-Branche ist nicht schuld am Aus des Londoner. Sondern die aktuellen Bedingungen, die Veranstaltungen nur bedingt bzw. gar nicht zulassen.

      Und – ganz klar – als Geschäftsführer ist Maik Schulz natürlich am Ende verantwortlich, ob durch gerade Linie oder nicht. Natürlich auch für den Auftritt von Wiebke Muhsal (AfD) vor mehr als drei Jahren.

      Er ist im Übrigen auch Geschäftsführer von Oscar am Freitag und damit auch von oscar-am-freitag.de, worauf wir an dieser Stelle hinweisen.

      Die Redaktion von oscar-am-freitag.de

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