Bach-Stammort Wechmar: Er kommt, der 17. Mai 2013 – wer hätte das gedacht, als im Jahre 1997 erstmals nach hunderten Jahren wieder ein Laubmännchenfest gefeiert werden konnte, dass sich diese alte Tradition wiederbeleben lässt, nun schon zum siebzehnten Male.
Das Laubmännchenfest zählt wohl zu den schönsten Bräuchen rund um Pfingsten. Vor dem 1. Internationalen Trachtentreffen hat der Wechmarer Heimatverein den bis ins 19. Jahrhundert weit verbreiteten Brauch in seinem Heimatort neuentdeckt und lädt seit dem zum traditionellen Laubmännchenfest ein. Bisher sind schon sechzehn Personen des Ortes als „Laubmann“ gekürt worden, wer es im Jahre 2013 sein wird, ist am 17. Mai, 22 Uhr zu erfahren.
Wer ist der Laubmann?
Der „Laubmann“, anderenorts auch „Grünkönig“, „Blätter- oder Graskönig“ genannt, ist eine Person, die ganz im grünen Blättergewand verhüllt ins festlich geschmückte Dorf einzieht und damit den Nachbarn verkündet, dass das Pfingstfest vor der Türe steht.
In Wechmar kommt der Laubmann mal hoch zu Ross und seit zwei Jahren sogar im Trabant-Coupe. Der Reit- und Fahrverein Wechmar mit der Vorsitzenden Ingrun Röder hat sich seit dem ersten Tage der Schmückung des Wechmarer Laubmannes angenommen. Die ausgewählte Person bleibt bis zur Entdeckung geheim und wer den Laubmann errät, erhält in diesem Jahr den Titel „Wechmarer Laubfrosch 2013“. Bis 1900 feierten die Kinder Wechmars noch alljährlich dieses Fest und zogen mit dem Laubmann von Haus zu Haus, sie sangen Lieder, tanzten und erhielten von der Nachbarschaft kleine Geschenke.
Vor dem Internationalen Trachtentreffen 1997 hat der Wechmarer Heimatverein nach fast einhundert Jahren Pause das alte Volksfest und den Brauch vom einholen des Laubmannes ins Dorf wieder belebt und feiert ihn seit 15 Jahren mit fröhlichen Tänzen, Liedern und viel Musik.
Das Laubmännchenfest 2013
Am Freitag, den 17. Mai 2013, um 18.00 Uhr öffnet der Festplatz vor dem Landhaus Studnitz in der Hohenkirchenstraße in Wechmar. Bereits am Dienstag vor dem Fest werden die Mitglieder des Wechmarer Heimatvereins den Festplatz und den Brunnen mit dem frischen Grün der Birken sowie vielen bunten Bändern schmücken. Im Jubiläumsjahr wollen es die fleißigen Helfer besonders schön machen, lassen sie sich überraschen.
Gegen 19 Uhr beginnen die Festprogramme. Die Studnitztänzer des Vereins übernehmen dabei die Begrüßung der Gäste und führen durch das etwa einstündige Programm. Dabei erzählen sie von den Bräuchen rund um das Pfingstfest und kommentieren die Tänze der Studnitztänzer sowie der Trachtentanzgruppe. Zum Laubmännchenfest gehören natürlich auch die fröhlichen Lieder vom Chor des Heimatvereins, die dieser gemeinsam mit der Gesangsvereinigung Seebergen darbringen wird. Wenn David zum Akkordeon greift, dann können die Mundartschwätzer nicht wiederstehen, um sich Schnärzen und Schnurren aus dem Dorfleben zu erzählen. Dass der Dudelsack nach Thüringen gehört, beweisen die Wechmarer Mühlenpfeiffer, eine Gruppe des Thüringer Landestrachtenverbandes mit ihren Musikstücken.
Neben Volkstänzen aus Thüringen, werden die Studnitztänzer auch zeigen, wie schön es ist in einer lustigen Gruppe moderne Tänze aufzuführen. Wer Lust hat mitzumachen ist übrigens in jeder der acht Gruppen des Vereins herzlich zur Mitwirkung eingeladen. Zum Tanz auf der Tenne spielen im Anschluss die Musikanten.
Lukullische Traditionen rund um den Laubmann
Zum Laubmann gehören nicht nur die guten, aus dem Brauwasser des Thüringer Waldes gebrauten Gothaer Biere, zum Laubmännchenfest gehört auch die unverwechselbare Maienbowle. Grit Schack ist seit 17 Jahren die Braumeisterin des wohlschmeckenden und einfühlsamen Getränkes. Nach einer Geheimrezeptur richtet sie die Bowle an, holt bereits in den frühen Morgenstunden weiches Wasser aus den Hainbergsquellen, sammelt die wertvollsten Blüten und Kräutern, bereitet daraus einen bekömmlichen Sud, der sich als Maienbowle auf dem Gaumen der Gäste vollendet.
Natürlich ist auch der Bratwurstrost angebraten, so dass das Abendessen mit etwa sechs verschiedenen Gerichten rundum abgesichert ist.
Was gibt es noch zum Laubmännchenfest?
Wer nicht nur auf dem Festplatz feiern will, sondern gern in die Geschichte der Ortschaft eintauchen möchte, der ist eingeladen die Ausstellung „ Europa unter der Haube – Thüringer Hochzeitstrachten“, die der Thüringer Landestrachtenverband e.V. seit dem 23. März 2013 im Landhaus präsentiert.
Zum 17.Wechmarer Laubmännchenfest können die Studnitz-Tänzer des Vereins auf ihr 35jähriges Jubiläum blicken, im Jahre 1978 von Ingeborg Stier als Kindervolkstanzgruppe gegründet, werden die Kinder des Vereins heute von Bärbel Kreuch betreut und von der Gothaer Tanzpädagogin Andrea Drewlo choreografisch geführt.
Alle Gäste sind herzlich eingeladen, die frühlingsfrische Luft rund um den „Laubmann“ zu genießen.
Knut Kreuch
Foto: Laubmännchenfest 2012






















