Neuer Meilenstein für Gothas Wärmewende

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Ferdinand von Stryk (Prokurist und Leiter Bereich Erzeugung / Wärmenetz Gothaer Stadtwerke ENERGIE GmbH), Oberbürgermeister Knut Kreuch, Sven Anders (Geschäftsführer Gothaer Stadtwerke ENERGIE GmbH) bei der symbolischen Inbetriebnahme des neuen Wärmekraftwerks (Foto: Sabine Wroblewski-Freund)
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Die Gothaer Stadtwerke Energie haben am 13. August ihre neue innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (iKWK-Anlage) am Heizkraftwerk Ost in Gotha-Siebleben im Beisein geladener Gäste feierlich in Betrieb genommen. Die Anlage verbindet mit Blockheizkraftwerk (BHKW), Luft-Wärme-Pumpe und Power-to-Heat drei Technologien: Damit markiert sie einen bedeutenden Schritt in Richtung klimaneutraler Wärmeversorgung für Gotha – effizient, wirtschaftlich und regional erzeugt.

Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Stadt Gotha, zeigte sich beeindruckt von der hochmodernen Technik der Anlage: „Unsere Stadtwerke treiben mit diesem Projekt die lokale Wärmewende in Gotha voran und zeigen, dass Klimaschutz und Daseinsvorsorge zusammengehen.“ Sven Anders, Geschäftsführer der Gothaer Stadtwerke Energie betonte: „Mit unserer ersten erneuerbaren Wärmequelle werden wir dem eigenen Anspruch gerecht, Verantwortung für die Region zu übernehmen und die Wärmewende aktiv zu gestalten.“ Nach ihrer Aktivierung wird die Anlage im Dauerbetrieb laufen.

Die iKWK-Anlage kombiniert BHKW, Luft-Wärme-Pumpe und Power-to-Heat-Anlage in modularer Bauweise.

Die Power-to-Heat-Anlage muss man sich wie einen Wasserkocher vorstellen. In einem Elektrodenkessel wird der überschüssige Strom aus erneuerbarer Energie zur Erzeugung von Wärme genutzt“, erklärte Ferdinand von Stryk, Prokurist und Leiter des Bereichs Erzeugung und Wärmenetz der Gothaer Stadtwerke Energie. Bei der Luft-Wärme-Pumpe wiederum wird über – außerhalb des Kraftwerks stehende – große Tisch- bzw. V-Kühler der Luft Wärme entzogen. „Das können bis zu 15 Grad Celsius sein“, sagte von Stryk. Diese Wärme wird an Verdichter mit Ammoniak weitergeleitet. Das Mittel wird zweimal komprimiert, wodurch sich der Stoff auf bis zu 90 Grad Celsius erhitzt. Die Wärme wird über das Netz dann an den Kunden geliefert.

Um Spitzen in der Heizlast auszugleichen, wurde ein gasbetriebenes BHKW in der Anlage in Gotha-Siebleben installiert. Nach Angaben des Leiters im Bereich Wärmenetz wird hier ein Luft-Gas-Gemisch unter Druck verbrannt. Dabei wird Strom erzeugt, der im Kraftwerk genutzt wird. Die Abgase aus dem Verbrennungsprozess werden zudem gefiltert und heruntergekühlt, wodurch 90 Prozent davon neu in den Kreislauf eingespeist werden können.

Dieser technologische Dreiklang senkt künftig den CO2-Ausstoß um rund 230 Tonnen jährlich und kann allein 400 der knapp 10.000 Haushalte im Fernwärmenetz mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Ein weiterer Vorteil: Der flexible Einsatz der unterschiedlichen Energieträger sorgt dafür, dass erneuerbare Energien besser genutzt, der Gasverbrauch reduziert und Preisschwankungen an den Energiemärkten abgepuffert werden können. „Wir sehen stündlich, wie sich die Strompreise am Markt verändern, und wenn diese gerade einen Tiefpunkt erreichen, kaufen wir Strom dazu. Das wird sich auch auf unsere Fernwärmepreise auswirken“, sagte Sven Anders.

Die in 16 Monaten errichtete Anlage ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms der Stadtwerke. Allein für den Ausbau und die Modernisierung der Heizkraftwerke sind rund 16 Millionen Euro veranschlagt – eigens für die iKWK-Anlage hat der lokale Versorger 5,2 Millionen Euro investiert. Im Heizkraftwerk West wurden im letzten Jahr die Motoren für rund fünf Millionen Euro ausgetauscht. „In diesem Jahr investieren wir zudem in einen großen Wärmespeicher“, informierte Sven Anders. Die Anlage ist ein wichtiger Baustein des Transformationsplans zur Dekarbonisierung der Fernwärme in Gotha. Dieser sieht vor, welche Technologien künftig bei der klimafreundlichen Wärmeerzeugung zum Einsatz kommen.

Mit der Inbetriebnahme der iKWK-Anlage unterstreichen die Gothaer Stadtwerke Energie ihre strategische Ausrichtung. Bis 2045 sollen 100 Prozent der Fernwärme klimaneutral erzeugt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, planen die Stadtwerke derzeit in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband Gotha, mittels einer Großindustrie-Wärmepumpe aus dem Abwasser der Kläranlage im Heutal Wärme zu gewinnen. „Wir planen, mit der Anlage zwischen 2028 und 2029 in Betrieb zu gehen.“

Mit dem neuen Anlagenkonzept in Siebleben und den derzeit laufenden sowie künftigen Vorhaben zeigen die Stadtwerke, wie lokale Energieversorger die Energiewende vor Ort vorantreiben – mit innovativen Projekten, regionaler Wertschöpfung und einem klaren Ziel für Gotha: nachhaltige Wärme für alle. „Wir handeln verlässlich und zukunftsorientiert und sorgen dafür, dass Gotha auch morgen noch lebenswert bleibt“, hob der Geschäftsführer hervor.

Schauen Sie sich ebenfalls den Videobeitrag auf unserem YouTube-Kanal an. Dort werden alle Fakten und Daten zusammengefasst und Sie können das neue Kraftwerk bewundern.

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