Vielen Herausforderungen gewachsen: Bürgermeister Jens Leffler spricht über die Entwicklung der Gemeinde Drei Gleichen

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Bürgermeister Jens Leffler

Die Gemeinde Drei Gleichen im Westen des Landkreises steht auf soliden Beinen und erfreut sich einer intakten Gemeinschaft. Motor dieser Entwicklung ist maßgeblich der hauptamtliche Bürgermeister Jens Leffler. Zeit für einen Besuch des „Lokalreporters” im Rathaus der Landgemeinde.

Seit Gründung der neuen Gemeinde im Jahr 2009 ist Jens Leffler hier Bürgermeister. Im Jahr 2024 trat er zur Wiederwahl an und setzte sich erneut durch. Dabei sah es kurze Zeit so aus, als wäre seine Amtszeit krankheitsbedingt zu Ende. „Als bei mir ein Tumor diagnostiziert wurde, bin ich schon nachdenklich geworden. Ich machte mir darüber Gedanken, wie es weitergehen soll. Aber viele Menschen und Einwohner haben mir Kraft gegeben und mich überzeugt, nach der Operation doch wieder anzutreten“, erinnerte sich Leffler. Seitdem ging es stetig bergauf.

Doch nicht nur dem Bürgermeister geht es gut – auch die Gemeinde Drei Gleichen kann optimistisch nach vorn blicken. Finanziell wird sich Leffler kaum beklagen, obwohl steigende Kosten für Anschaffungen und Bauprojekte sowie die geplante Anhebung der Kreisumlage die Kassen belasten. Trotzdem kann sich die Gemeindeverwaltung auf Einnahmen aus Industrie und Tourismus stützen. „Als Gemeinde haben wir einige Standortvorteile. Gleich drei Ausfahrten der A 4 liegen in unserem Einzugsgebiet. Dann haben wir noch die Zugstrecke mit Halt in Wandersleben und dem Knotenpunkt Neudietendorf“, bewertet Leffler die Lage. Auch deswegen seien nach Anpassungen der Gewerbesteuer keine Unternehmen abgewandert.

Im touristischen Sektor dominieren derzeit die Kurzzeitbesucher. Diese quartieren sich in Gotha oder Erfurt ein und kommen dann zu Ausflügen in die Gemeinde. Und hier kann „Drei Gleichen” einiges anbieten: Gäste finden weiträumig ausgebaute Fahrradwege vor, das „Thüringer Burgenland“ lädt zum Entdecken von Geschichte ein und zu guter Letzt ist der UNESCO Global-Geopark mit dem Bromacker ein wunderbares Ausflugsziel für Geologie-Fans und Saurier-Liebhaber. „Schon jetzt locken wir auch immer mehr Langzeittouristen an. Mit dem ‚Gut Ringhofen‘ und dem neuen Campingplatz in Mühlberg sind wir sehr zufrieden“, sagte Leffler.

Trotzdem gibt es für die Einheitsgemeinde natürlich Herausforderungen. Hohe Kosten für die geplanten Brückensanierungen und -erhaltungsmaßnahmen werden künftig ein Loch in den Haushalt reißen. Die Geburtenrate sinkt weiter, wie überall in Deutschland. Deshalb sei die Gemeinde auf Gelder vom Bund und vom Freistaat Thüringen angewiesen, so Leffler. Auf der anderen Seite dürfe der Zustrom an Arbeitskräften, die in Gotha und Erfurt angestellt sind, aber in der Gemeinde ihr Zuhause haben, nicht abreißen, mahnte Leffler. Auch deshalb liegt der Gemeindeverwaltung viel am Ausbau der Infrastruktur. Mit dem neuen Einkaufszentrum in der Ortschaft Mühlberg verkürzen sich die Wege für die Beschaffung von Produkten des täglichen Bedarfs. Die sanierten und neu geschaffenen Radwege – beispielsweise zwischen Wandersleben, Seebergen und Wechmar – ermöglichen es, das Auto auch mal stehen zu lassen.

Ein spezielles Projekt liegt der Gemeindeverwaltung besonders am Herzen: die Erschließung eines neuen Wohngebietes bei Wechmar. „Wir wünschen uns natürlich, dass neue Einwohner auch aktiv und engagiert am Gemeindeleben teilnehmen“, sagte Leffler lächelnd.

Seit 1994 ist er kommunalpolitisch aktiv. Mit der Zusammenführung der Einheitsgemeinde Drei Gleichen und Günthersleben-Wechmar wurde er auch Bürgermeister der neuen Landgemeinde Drei Gleichen. Sein Fazit: „Ich liebe meine Arbeit und lasse mich nicht hängen. Mitunter gibt es konstruktive Kritik und die ist wichtig. Doch wer mit offenen Augen durch die Gemeinde geht, kann sehen, was alles schon geschafft wurde. Als neue Landgemeinde sind wir schon zu einer richtigen Gemeinschaft zusammen- gewachsen.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 10 (2025)

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