Am Donnerstag (12.9.2013) versammelten sich in Ballstädt rund 300 Bürger, Vereinsmitglieder, Gemeinderäte, Politiker, Unternehmer und Unterstützer zur friedlichen Demonstration. Gemeinsam wollten sie mit einem Protestmarsch und anschließender Kundgebung gegen den Kauf der „Alten Bäckerei“ durch Rechtsextremisten mobil machen.
An der Spitze des Zuges hatten sich neben Bürgermeisterin Erika Reisser zahlreiche Politiker aller Parteien eingereiht.
Gemeinsam trugen sie das Banner mit der Aufschrift „Ballstädt steht auf gegen Rechts“ zu besagter Immobilie an der Oberschwemme, wo Erika Reisser die Teilnehmer begrüßte und sich für die zahlreiche und lautstarke Teilnahme bedankte. DIE LINKE-Kandidatin Martina Renner und Tankred Schipanski (CDU) berichteten aus ihrer Arbeit im NSU-Ausschuss und machten auf die weitverzweigte Vernetzung der Käufer in der rechtsextremen Szene aufmerksam. „Die Ballstädter Käufer sind uns bereits einschlägig aus der Hausgemeinschaft Jonastal (HJ) in Crawinkel bekannt“, erklärte Renner. „Sie zeigen sich ideologisch stark nationalsozialistisch geprägt und gewaltbereit.“
Gleichfalls bekamen die Ballstädter Hilfe und Unterstützung vom Crawinkler Bürgerbündnis. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Kellner rief beide Bürgerbündnisse zur engen Zusammenarbeit auf.
In einer anschliessenden Bürgerversammlung informierte die Mobile Beratung in Thüringen (Mobit e.V.) gemeinsam mit dem ehemaligen Crawinkler Bürgermeister Onno Eckert über ihren Kenntnisstand und ihre Erfahrung mit den Mitgliedern der rechten Szene. „Ich hoffe und wünsche mir, dass das Landratsamt und die Polizei die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Crawinkel hierher mitnehmen und anwenden“, so Eckert. „Die Ballstädter sollen nicht abwarten, bis fast jedes Wochenende Konzerte von Rechtsradikalen stattfinden, sondern gleich reagieren und deutliche Zeichen setzen.“
Thomas Fröhlich,Beigeordneter des Landrates, lobte das Engagement der 675-Seelen-Gemeinde: „Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Dorf so kurzfristig und so professionell reagiert und eine solche öffentlichkeitsstarke Aktion auf die Beine gestellt hat!“
Die mit Bekanntwerden des Kaufes erst vor einer Woche gegründete „Ballstädter Allianz gegen Rechts“ zeigte sich überwältigt und ihre Arbeit bestätigt von dem großen Zuspruch,welcher während der Demo noch durch viele weitere hinzustossende Bürger ergänzt wurde. „Es wird eine Menge Arbeit, aber jede Minute lohnt sich“, gibt ein Mitglied des Bündnisses zu.
Dass die Ballstädter vor dieser Arbeit nicht zurückschrecken, zeigten sie heute deutlich – innerhalb weniger Tage hatten Vereine, Gemeinschaften, Kindergarten, Fördervereine, Kirche, Bürger, Gemeinde und Politiker T-Shirts bedruckt, Banner gemalt und aufgehängt, soziale Netzwerke und die Medien mobilisiert und kurzerhand eine eindrucksvolle Demonstration auf die Beine gestellt.






















