Am 13.02.2014 trafen sich in Gotha auf Anregung und Initiative von Bürgermeister Schmitz-Gielsdorf Vertreter der Städte Gera, Eisenach, Sonderhausen, Nordhausen, Mühlhausen und Gotha und gründeten die „Projektgruppe interkommunale Zusammenarbeit IBA Thüringen, PRINZIBA“.
In der PRINZIBA Thüringen wollen die Kommunen zusammenarbeiten, sich gegenseitig informieren, konstruktiv und vielleicht auch manchmal kritisch den IBA-Prozess begleiten. Neben der Einbeziehung internationaler Experten und nationaler Fachleute ist nach Auffassung der in der PRINZIBA vertretenen Mitglieder insbesondere die Innensicht und Ortskenntnis der kommunalen Akteure wichtig für das Gelingen der IBA.
Um von bereits gemachten Erfahrungen kommunaler Vertreter im Zusammenhang mit einer Internationalen Bauausstellung profitieren zu können, waren zwei Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes Magdeburg, die intensiv in den Entstehungsprozess und in die Planung der IBA Sachsen Anhalt 2010 eingebunden waren, eingeladen. Anhand eines Vortrages und anschließender intensiver Diskussion konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Die positiven Veränderungen für die Stadt Magdeburg, insbesondere durch die erneuerte Anbindung der Stadt an die Elbe durch vielfältige Einzelprojekte, waren beeindruckend. Gleichwohl wurde aber auch klar, dass alle Projekte auch kritisch auf ihre Nachhaltigkeit und ihre Folgekosten hin geprüft werden müssen.
Im Hinblick auf die extrem angespannten Haushalte der Kommunen in Thüringen nach Meinung aller Teilnehmer ein wichtiger Aspekt. Auch war man sich einig, dass zwar alle Projekte einen innovativen, neuen Lösungsansatz für die großen Themen wie demographischer Wandel und Klimawandel leisten sollten, gleichzeitig aber die realen Probleme vor Ort und die Alltagstauglichkeit der Lösungen eine wichtige Rolle spielen müssen. Eine von vielen wertvollen Ideen der Zusammenkunft war, dass um die Internationalität der IBA zu stärken, die Städte ihre Partnerstädte in den Prozess einbeziehen könnten.
Die kürzlich bekanntgemachte Zurverfügungstellung von 30 Millionen EUR für die IBA Thüringen wurde als positives Signal gewertet, es wurde aber auch die Hoffnung geäußert, dass diese Summe nicht durch Einsparungen des Landes an den Kommunen ohnehin zustehenden Mitteln generiert werden soll.
Auf eine erste gemeinsame Forderung der PRINZIBA an die IBA Thüringen konnte man sich sehr schnell einigen: Diese 30 Millionen sollten den Kommunen als Eigenmittel zur Verfügung gestellt werden, damit sie in die Lage versetzt werden, andere Förderprogramme zu nutzen. Die finanzielle Situation der meisten Kommunen ist so schwierig, dass selbst eine 90 % Förderung nicht in Anspruch genommen werden kann, weil sie die verbleibenden 10 % nicht aus der Stadtkasse aufbringen können. Weiterhin wurde die Hoffnung geäußert, dass das Antragsprocedere, das bewältigt werden muss, um ein Projekt zum Status eines IBA-Projektes zu verhelfen, nicht zu aufwendig wird. Auch die Personaldecke der meisten Kommunen ist mittlerweile extrem kurz und eng geworden, so dass zusätzliche Aufgaben kaum noch bewältigt werden können.
Das nächste Treffen der PRINZIBA soll Anfang April wieder in Gotha stattfinden und es werden wieder Akteure aus Kommunen, die Erfahrung mit Internationalen Bauausstellungen haben, eingeladen werden. Danach wird die PRINZIBA sich immer in einer der Mitgliedsstädte treffen. Grundsätzlich sind alle interessierten Städte und Gemeinden willkommen und sind aufgerufen, sich an der PRINZIBA Thüringen zu beteiligen und zu einem Gelingen der Internationalen Bauausstellung Thüringen vor allen Dingen auch im Sinne der Kommunen beizutragen.



















