„Gemeinschaftsschulen tragen zu mehr Chancengleichheit bei und sichern insbesondere im ländlichen Raum wohnortnahe Schulstandorte mit einem breiten Angebot an Schulabschlüssen“, begrüßt der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Werner Pidde das Vorhaben der Tabarzer Schulen, diese als Gemeinschafsschule zu etablieren.
Bei seinem jüngsten Besuch vor Ort in der Regelschule „Am Inselsberg“ stellte ihm Sabine Geißler ihre Pläne für das neue Schulkonzept vor. „Der Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen, das das soziale Gefüge und soziale Strukturen fördert und eine frühzeitige Selektierung vermeidet, besteht zu einem sehr hohen Prozentsatz vor allem in der Elternschaft“, begründet die Schulleiterin den Schritt zur Gemeinschaftsschule.
Zukünftig sollen am Standort der jetzigen Grund- und Regelschule in Tabarz Schüler der Klassenstufen 1 bis 10 unterrichtet werden. Frontalunterricht in der klassischen Form findet dann nicht mehr statt. Die Schülerinnen und Schüler erledigen möglichst selbständig Aufgaben. Team- und Gruppenarbeit, Unterstützung der Kameraden ist ausdrücklich erwünscht – das soll gleichzeitig Sozialkompetenzen, Verantwortungsbewusstsein und Organisationsfähigkeit fördern.
Ein Lehrerteam unterstützt wenn nötig. Auch das Angebot zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife wird durch Kooperation mit einem Gymnasium, angedacht ist hier das Perthes-Gymnasium in Friedrichroda, gewährleistet. Somit würde nicht nur der Schulstandort Tabarz von einer Gemeinschaftsschule profitieren. Sie wäre Teil eines Ganzen, von dem auch der Landkreis, die Kommune und letztendlich die hiesige Bevölkerung partizipieren könnten.
„Die Schulkonferenz der Regelschule hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Jetzt warten wir auf die Entscheidung der Schulkonferenz der Grundschule“ sagt Geißler und hofft auf ein positiven Ergebnis. Liegen von beiden Schulen die Resultate vor, dann soll der Antrag beim Landrat eingereicht werden. Die letzte Entscheidung zur Gründung einer Gemeinschaftsschule muss dann der Kreistag treffen, ehe der Startschuss für die neue Schulform fallen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs von Pidde war das Zusammentreffen mit dem Schulsozialarbeiter Patrick Groll. Seine Arbeit wird an dieser Schule besonders geschätzt. Er ist Ansprechpartner für Schüler, Lehrer, und Eltern sowie für das Kinderheim. „Er ist total engagiert und die Kinder lieben ihn“, schwärmt Schulleiterin Geißler. Im Mittelpunkt steht für ihn die praktische Arbeit mit den Schülern. Dazu hat er verschiedene Projekte entwickelt. Aber auch Gespräche mit den Eltern sowie thematische Elterngespräche prägen sein Aufgabenfeld.
„Schulsozialarbeit hat also einen hohen Stellenwert, nicht nur bei den Kindern. Deshalb bin ich sehr froh, dass es der SPD-Landtagsfraktion gelungen ist, an jeder Thüringer Regelschule einen Schulsozialarbeiter zu integrieren“, so das Plädoyer des Politikers Pidde.
Baulich wurde im letzten Jahr ein Hauswirtschaftsraum errichtet, der von den Schülern sehr gern und gut angenommen wird. Hier kann gekocht, gebrutzelt und gebacken werden. Großzügige Sitzmöglichkeiten bieten anschließend die Gelegenheit, die zubereiteten Speisen zu probieren. Der Landkreis Gotha hat für diesen Raum 27.000 Euro aufgebracht. „Gut angelegtes Geld“, betont Pidde abschließend.
Bild: Schulsozialarbeiter Patrick Groll (r.) und Landtagsabgeordneter Dr. Werner Pidde





















