Anlass zur Freude und Erinnerung 

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Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2014 erklärt Anja Siegesmund, Fraktionsvorsitzende: 

„Der Tag der Deutschen Einheit ist für uns zu allererst ein Tag der Freude. Nur durch den Mut und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und die friedliche Revolution konnte der Eiserne Vorhang in Deutschland und Europa mit demokratischen Mitteln zu Fall gebracht und getrennte Familien und Freunde wieder zusammen finden. Die heutige Entwicklung des Freistaates Thüringen in einem geeinten Deutschland gäbe es ohne den Mut zur Auflehnung gegen das ‚Weiter so!‘ der SED-Führung im Herbst 1989 nicht. Viele Regionen in den alten Bundesländern stehen heute vor vergleichbaren Umbruchphasen wie das vereinte Ostdeutschland zu Beginn der 1990er Jahre. Wir sollten diese Erfahrungen als Chance begreifen, die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu lösen“, so Siegesmund.

Bei der DDR-Aufarbeitung gehe es nicht darum, einzelne Biographien zu entwerten oder mit Pauschalurteilen zu versehen. Dennoch dürfe das Leid all jener, die unter der DDR-Diktatur gelitten haben, deren Familien oder gar Leben zerstört wurden, nicht klein geredet werden: „Der Tag der Deutschen Einheit ist auch ein Anlass zum Gedenken an all jene, die unter der SED-Diktatur leiden mussten oder ihr Leben ließen. 25 Jahre nach der friedlichen Revolution dürfen wir es nicht hinnehmen, die Erfahrungen derjenigen zu relativieren, die unter den staatlichen

Repressionen gelitten haben“, fordert Siegesmund anlässlich der aktuellen Debatten um das in der DDR geschehene Unrecht.

Die Abgeordnete kritisiert außerdem das mangelnde Engagement der Thüringer Landesregierung mit Blick auf die Erinnerung an die friedliche Revolution vor 25 Jahren und ergänzt: „Eine eigene Homepage mit Terminen der Aufarbeitungsinitiativen und Gedenkstätten ist durchaus lobenswert, wenngleich der zentrale Festakt der Landesregierung am 3. Oktober dort nicht einmal auftaucht. Das historische Ereignis, der Mauerfall am 9. November 1989, spielt im Gegensatz zur Bundesregierung für Thüringen offenbar keine Rolle. Hier hätte ich mir ein Vierteljahrhundert danach mehr Engagement und Aufarbeitungskultur gewünscht, statt die einzelnen Initiativen und Verbände mit ihren Veranstaltungen allein stehen zu lassen.“

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