Renommierter Kulturwissenschaftler referiert im Melanchthonhaus Jena

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Am Donnerstag, d. 24.April 2014, 19.30 Uhr referiert Prof. Dr. Hartmut Rosa (FSU Jena, Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Uni Erfurt) im Melanchthonhaus Jena zum Thema „Resonanz statt Wachstum – Versuch über einen neuen Maßstab von Lebensqualität.“
Was macht unser Leben zu einem guten Leben? Folgt man den zeitgenössischen Glücks- ratgebern, geht es vor allem darum, unsere Ressourcen zu steigern und zu optimieren: Mehr Geld, mehr Gemeinschaft (in Form sozialer Beziehungen), bessere Gesundheit, mehr Anerkennung, Verbreiterung unserer Kenntnisse und Fähigkeiten gelten als die Wege zum Glück.
Und in der Tat neigen wir dann dazu, unsere Lebenszufriedenheit just daran zu messen, wieviel wir verdienen, wie gesund wir sind, wieviele Freunde wir haben etc. Aber messen wir damit wirklich Lebensqualität? Sollten wir das Glück nicht eher daran messen, wie häufig wir singen, lachen und tanzen? Und würden wir dann (im Vergleich etwa zu ärmeren Völkern) nicht ziemlich armselig dastehen, trotz unserer phantastischen Ressourcenbasis?
Der Vortrag versucht den Gedanken zu entwickeln, dass es nicht die Steigerung unserer Ressourcen ist, die unser Leben besser macht, sondern die Möglichkeit zur Ausbildung von ‚Resonanzachsen‘: Glücklich sind wir, wenn wir das Gefühl haben, in lebendigen ‚Antwortbeziehungen‘ zu den Menschen, zu den Dingen, zu unserem Körper, zur Natur etc. zu stehen. Solche Resonanzbeziehungen suchen Menschen vor allem in der Natur, in der Kunst und in der Religion, aber auch in der Familie und in ihrer Arbeit. Dies macht Resonanzerfahrungen zu einem soziologisch ebenso wie lebenspraktisch relevanten Thema.

Der Eintritt ist frei.

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