Stadtwerke Jena informieren:

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1969

Die Zentralkläranlage Jena gehört bundesweit zu den energieeffizientesten Großkläranlagen. Dies beweisen verschiedenste Leistungsvergleiche der Fachverbände. So hat die Anlage vergleichsweise sehr geringe spezifische Energieverbrauchswerte, bezogen auf die zu behandelnde Abwasserschmutzfracht.

Der Eigenenergieversorgungsgrad aus Klärgas liegt bei Strom bereits bei rund 73 Prozent und bei Wärme bei nahezu 100 Prozent. Bereits mit der umfassenden Modernisierung und Erweiterung 1998 – 2001 wurde der Energiebezug deutlich um rund 60 Prozent gesenkt und mit der Eigenenergieerzeugung aus Klärgas begonnen. In den Jahren 2001 – 2004 fand ein europäisches Austauschprojekt zur Verbesserung der Energieeffizienz mit dem Namen SMAC statt, an der Kläranlagen und Forschungsinstitute aus Slowenien, Großbritannien, Dänemark und Polen sowie das Fraunhoferinstitut Ilmenau teilgenommen haben. Jena brachte sein Modell zum Lastmanagement, d.h. der Vergleichmäßigung der Stromabnahme und der Reduzierung des Stromeinsatzes in der Belebung, in den Erfahrungsaustausch ein. Es folgte in den Jahren 2005 – 2009 die Teilnahme an landes- und bundesweiten Benchmarkvergleichen zum Klärwerksbetrieb. Im Jahr 2010 wurden die Belüftungskompressoren als größte Energieverbraucher gegen modernere Verdichter mit Magnetfeldlagern getauscht. Die Lufteintragselemente wurden gegen ein neues System mit deutlich besseren Lufteintragswerten und damit geringerem Stromverbrauch, getauscht. Durch die positive Entwicklung von Forschung, Gewerbe und Industrie sowie Anschluss neuer Gebiete an die Zentralkläranlage Jena erhöhte sich die Abwasserschmutzfracht seit 2000 um rund ein Viertel.

Trotz dieser deutlichen Steigerung der Schmutzwasserfracht und der Erweiterung der Kläranlage zur zusätzlichen Stickstoff- und Phosphorelimination ist der Stromverbrauch, der noch aus dem Netz bezogen wird, von im Jahr 2000 mit 3,2 Mio. kWh auf derzeit noch 0,85 Mio. kWh gesunken. Da das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) im Vergleich zu anderen regenerativen Stromquellen nur eine sehr geringe Einspeisevergütung für Strom aus Klärgas vorsieht (7,5 Cent pro kWh), wird der erzeugte Strom vollständig vor Ort selbst verbraucht und reduziert den Bezug aus dem Netz. Dieser regenerative Strom belastet also auch den Stromkunden nicht bei der EEG-Umlage. Um die noch im Klärschlamm vorhandenen Energiereserven zu erschließen und die Stromversorgung auf nahezu 100 Prozent zu steigern, erhielt JenaWasser im Jahr 2011 Fördermittel aus dem Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ des Umweltinnovationsprogramms.

Die labortechnischen Vorversuche sind bereits positiv verlaufen und die Planung zur Erweiterung der Stromversorgung aus Klärgas ist bereits weit fortgeschritten. Im Jahr 2013 wird die Erweiterung der Faulturmanlage, verbunden mit einer Modernisierung des technologischen Ablaufes, realisiert werden. Die zu entsorgende Klärschlammmenge wird noch geringer und dabei noch geruchsärmer, so dass die Verwertung in der Landwirtschaft und die Kompostierung noch besser möglich ist. Bei den auch zukünftig weiter steigenden Entsorgungs- und Energiepreisen ist dies ein Beitrag zur Kostendämpfung bei der Abwasserbehandlung mit positiver Wirkung für die Umwelt. Da die Zentralkläranlage Jena mit Abstand die größte Abwasseranlage des Verbandes ist, deckt die Abwassersparte von JenaWasser damit schon jetzt den deutlich überwiegenden Anteil seines Strombedarfes aus regenerativen Quellen.