Blue Volleys Gotha stolpern in erstem Saisonspiel

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Quelle: www.vc-gotha.de
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In einem sehenswerten und fesselnden Spiel zum Saisonauftakt setzte sich Gastgeber L.E.Volleys gegen den amtierenden 2. Bundesliga-Meister am Ende verdient mit 3:2 (-21;20;22;-17;12) durch.

von Wolfgang Mengs (VC-Gotha)

Um es gleich vorweg zu sagen, der Spielausgang geht auch aus Gothaer Sicht in Ordnung. Die Leipziger waren an diesem Abend das Team, das den Sieg etwas mehr wollte, das mutig spielte und in dem alle Spieler an ihr Limit gingen.
Dem gegenüber fehlte den Gothaern in Leipzig noch die aus den Vorjahren gewohnte Stabilität und Souveränität, auch enge Spiele am Ende für sich zu entscheiden.

Den ersten Punkt erzielten die Leipziger, wie auch in allen folgenden Sätzen. Doch danach punkteten die Gothaer, so dass Leipzig beim Stand von 2:5 früh eine Auszeit nehmen musste. In der Folge und nach zwei zumindest strittigen Schiedsrichterentscheidungen kamen die L.E. Volleys jedoch immer besser ins Spiel und schafften beim 11:11 wieder den Ausgleich. Spätestens ab jetzt sahen die Zuschauer in der SH Brüderstraße, unter ihnen auch wieder ein lautstarker Gothaer Block, einen umkämpften Spielverlauf mit wechselnden Führungen.
In der Schlussphase aber agierten die Blue Volleys etwas abgeklärter. Richard Werner wuchtete den letzten Ball zum 25:21 durch den Leipziger Block und es schien alles seinen erwarteten Gang zu gehen.

Auch im folgenden 2. Satz gingen nämlich die Gäste früh in Führung und erneut nahm Leipzigs Trainer Jan Pretscheck eine frühe Auszeit. Und wie schon im Satz zuvor konnten die Gothaer das Momentum nicht nutzen, um das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Denn es häuften sich Ungenauigkeiten, beginnend schon bei der Annahme und im Abschluss fehlte es zu oft an der nötigen Entschlossenheit und Präzision. Anders die Leipziger, die jetzt merkten, dass sie an diesem Abend nicht chancenlos wären.

Kapitän Yannick Siebeck über Außen und 2,13 Meter-Mann Franz Hüther mit einigen wuchtigen Schnellangriffen über die Mitte brachten die Hausherren in Front und verunsicherten die Gothaer fühlbar. Hinzu kam eine Aufschlagserie von Mattheo Gladitz, die Wirkung auf Gothaer Seite zeigte.
In der Satzmitte reagierte Trainer Robert Werner und wechselte durch. Robin Stolle, Franz Stückrad und Jannik Koßmann kamen zu ihrem Punktspieldebüt im Gothaer Trikot. Auch Diagonalangreifer Jean-Christophe Filippidis war jetzt für Ben Bierwisch gekommen.
In der Folge verlief der Satz zwar ausgeglichen, den zwischenzeitlichen 7-Punkte Rückstand aber konnten die Thüringer nur marginal verkürzen. Mit 25:20 ging der 2. Satz an die Messestädter.

Im folgenden Abschnitt blieben Koßmann und Filippidis zunächst für Tim Wagner und Bierwisch auf dem Feld. Die Gäste hatten sich wieder gefangen und die Partie verlief jetzt ausgeglichen, sehr unterhaltsam und auf gutem Niveau. Allerdings blieb ein Manko auf Gothaer Seite bestehen, der erforderliche Aufschlagdruck wurde vermisst, was Leipzigs Spielaufbau zugutekam. Der Gastgeber nutzte die sich so bietenden Chancen zum 25:22 Satzerfolg.

Auch im 4. Satz merkte man den Gothaern eine gewisse Nervosität an. Wohl auch, weil man von der starken Gegenwehr der Hausherren etwas überrascht schien. Zu oft waren es nur Einzelaktionen, wie ein exzellenter Einhand-Kopfpass von Hannes Krochmann auf Bierwisch, die das Potential der Mannschaft an diesem Abend zeigten. Dennoch gelang es den Gästen sich im Satzverlauf abzusetzen, auch weil sich bei den Sachsen die Fehler häuften. Mit dem 25:17 Satzgewinn glichen die Blue Volleys das Spiel zum 2:2 aus.

Der folgende Tiebreak spiegelte dann den vorherigen Spielverlauf wider. Gotha begann mit zwei wuchtigen Schnellangriffen von Lauritz Jastrow gut, blieb aber auch im Schlussabschnitt von Fehlern nicht verschont. Mit einem 2-Punkte-Vorsprung der L.E.Volleys wechselte man ein letztes Mal die Seiten. Diesen Vorsprung behaupteten die Leipziger bis zum Abpfiff hartnäckig und konnten sich nach dem 15:12 Satzgewinn über den ersten Punktspielsieg gegen die Blue Volleys seit der Saison 2023/24 freuen.

In dieser Form werden die Leipziger noch für manche Überraschung in dieser Saison sorgen.

Für die Blue Volleys aber war es ein Vorgeschmack darauf, was sie wohl in den kommenden Spielen erwartet, denn dort werden alle Gegner gegen den zweimaligen Meister ähnlich motiviert auftreten.
Erfreulich hingegen das Debüt von Mittelblocker Koßmann, der erst seit einer Woche mit der Mannschaft gemeinsam trainiert und zeigte, dass er eine Verstärkung für die Mannschaft sein kann.

Auch für Trainer Ro. Werner war die Niederlage nicht unverdient.
„Leipzig hat heute die Konstanz gezeigt, die man in den Vorjahren häufig vermissen ließ. Es war wohl unsere schlechteste Leistung seit langer Zeit, auch weil unsre Annahme heute nicht immer stabil war. Wir müssen die Niederlage akzeptieren, weil das Leipzig heute wirklich gut gemacht hat.“

Die Blue Volleys müssen diese Woche nutzen, an ihrer Stabilität zu arbeiten, um am kommenden Sonnabend im Heimspiel gegen Aufsteiger TV 1895 Mömlingen wieder in die Erfolgsspur zu kommen.
Dieses Spiel wird erfreulicherweise in der Ernestiner SH stattfinden können.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Krochmann, Bierwisch, Ri.Werner, Jastrow, Wagner, Stückrad, Spankowski, Filippidis, Stolle, Koßmann, J. Krauße

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