Friedenstein Stiftung Gotha erhält Rechte an 500 Objekten

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„Germania“ aus: Justus Perthes´ Atlas Antiquus: Taschenatlas der ganzen Welt von Dr. Alb. Van Kampen, 24 Karten in Kupferstich mit Namensverzeichnis und einem Abriss der alten Geschichte. 9. Auflage, Flachdruck mit eingedruckten Flächenfarben. (Foto: Friedenstein Stiftung Gotha/Lutz Ebhardt)
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Der Friedenstein Stiftung Gotha wurden mehr als 500 Zeugnisse zur Geschichte Gothas übereignet. Sie waren nach 1945 den Familien Perthes/Emminghaus, die seit dem späten 18. Jahrhundert die Entwicklung Gothas nachhaltig prägten, unrechtmäßig entzogen worden. Dies geht aus einer Medieninformation der Stiftung hervor.

Diese Übereignung umfasst 24 Familienporträts, als Ölgemälde und eine Graphik. Hinzu kommen zahlreiche kartographische Objekte: Atlanten, Karten, Schulbücher und Arbeitszeugnisse von Kupferstechern, Lithographen und Kartographiefacharbeitern des 1785 in Gotha gegründeten Verlages Justus Perthes bzw. des 1953 durch Enteignung der Verlegerfamilie Perthes entstandenen Volkseigenen Betriebes (VEB) Hermann Haack.

Für einen symbolischen Betrag übertrugen die ehemaligen Gothaer Familien der Stiftung sämtliche Rechte und Pflichten an diesen Objekten.

Recherchen in der „Sammlung Perthes“ der Forschungsbibliothek Gotha ergaben, dass die Familienporträts schon 1953, kurz nach Enteignung des Verlages und damit auch der „Perthes-Villa“ in der Gotthardstraße 6 (2012 abgerissen), in die Sammlungen der heutigen Friedenstein Stiftung Gotha gelangten. Die zahlreichen kartographischen Objekte aus den historischen Verlagssammlungen stellte der VEB Hermann Haack 1985 dem „Museum für Kartographie“ zur Verfügung. Das Museum entstand im östlichen Pagenhaus des Schlosses Friedenstein anlässlich des 200. Jubiläums des Perthes Verlages. Dafür arbeiteten der VEB Hermann Haack und das Regionalgeschichtliche Museum als eine der Vorgängerinstitutionen der Friedenstein Stiftung zusammen. In den späten 1990er Jahren wurde das Museum in den Westturm des Schlosses Friedenstein verlegt und Anfang der 2000er Jahre aufgelöst.

Weder die Porträts noch die Ausstellungsobjekte des „Museums für Kartographie“ berücksichtigte man beim Erwerb der Sammlung Perthes – heute in die Forschungsbibliothek Gotha integriert – im Jahr 2003 durch den Freistaat Thüringen. Sie waren deshalb bis zu dieser gütlichen Einigung legitimer Besitz der Familien Perthes/Emminghaus. Die Porträts sowie die kartographie-historischen Objekte werden nun von der Friedenstein Stiftung Gotha restauratorisch und kuratorisch betreut. Sie stehen damit im Perthesforum, dem zentralen Depotgebäude, zu Forschungszwecken und für künftige Ausstellungen zur Verfügung.

Die Sammlung Perthes Gotha vereint die historischen Überlieferungen dreier Wissenschaftsverlage: des Verlages Justus Perthes Gotha (gegründet 1785), der Geographischen Verlagsanstalt Justus Perthes Darmstadt (gegründet 1953) und des VEB Hermann Haack Gotha (bis 1991). Als einziges auf dem europäischen Kontinent vollständig erhaltenes Kartenverlagsarchiv enthalte sie einzigartiges Quellenmaterial zur Entwicklung der Kartographie und Geographie, zur Dokumentation der Weltnahme und -entdeckung im 19. und 20. Jahrhundert. In der Geschlossenheit ihrer Bestände dokumentiere die Sammlung Perthes die letzte Phase des Entdeckungszeitalters, während Kontinente und Polargebiete unseres Planeten erforscht wurden.

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