Geplante Verordnungsänderung bringt Schwarzstorch und Uhu in Gefahr

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Schwarzstorch im Flug. Foto: Antje Schultner

Jena ‐ Der NABU Thüringen fordert einen behutsamen Ausbau der Windenergie in Thüringen und spricht sich gegen die geplante Änderung der Verordnung des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale zugunsten neuer Vorranggebiete für Windenergie aus.

Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz bekräftigt in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage seine Absicht, das bisherige Errichtungsverbot von Windkraftanlagen im Naturpark teilweise aufzuheben. „Die im Anhörungsverfahren vom NABU und von den Gemeinden vorgebrachten Hinweise und massiven Bedenken werden scheinbar ignoriert“, so Rainer Hämmerling vom NABU Saalfeld‐Rudolstadt. „Artenschutz und Windkraft sind mit den Zielsetzungen im Naturpark nicht zu vereinbaren. In der Begründung für die Verordnungsänderung pauschal benannte Vorbelastungen in den aufgeführten Gebieten sind nicht erkennbar. Die Anhöhen um den für den Artenschutz hoch
bedeutsamen Ottergrund und seinen Nebentälern dürfen nicht mit Windkraftanlagen bebaut werden.“

Dr. Hans Reip, der Energieexperte des NABU Thüringen fügt ergänzend hinzu „Windräder dürfen nicht um jeden Preis in sensiblen Gebieten wie denen der Nationalen Naturlandschaften gebaut werden. Nicht umsonst hat man bei deren Ausweisung festgelegt, den Lebensraum der heimischen Tier‐ und Pflanzwelt zu schützen. Wenn im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale zukünftige Windkraftanlagen gebaut werden, setzt man damit die langjährig gepflegten Schutzziele aufs Spiel“.
Die geplanten Gebiete für Windkraftanlagen liegen südwestlich des Plothener Teichgebietes, einem überregional bedeutsamen Rastgebiet für Zugvögel und in der Nähe liegen die beiden Naturschutzgebiete „Mittelgrund“ und „Heinrichstein“. „Die geplanten Windräder könnten vor allem für die Zugvögel, die im Teichgebiet bei Plothen rasten, zum Problem werden. Vogelarten wie Schwarzstorch, Uhu und Wanderfalken die in der Region vorkommen, könnten ebenfalls zu Opfern der Windkraft werden“, erklärt Hans Reip. Laut des NABU existiert im Naturschutzgebiet „Heinrichstein“ eine der größten Baumbrüterkolonien von Dohlen in Thüringen. Diese Gefahren billigend in Kauf zu nehmen, nennt Hans Reip schlichtweg verantwortungslos.

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