Jenaer Chemiker erhält Nachwuchsforscherpreis für neuartige Zellulosederivate

0
699
Dr.-Ing. Michael Schöbitz an einer Beschichtungsanlage im Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e. V. in Rudolstadt (Foto vom 23.11.2016). Foto: Karin Schultheiß

Jena (jd) Für die Herstellung neuartiger Zellulosederivate ist Dr. Michael Schöbitz heute (1. Dezember) mit dem 3. Platz beim DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreis ausgezeichnet worden. Die Deutsche Kreditbank AG (DKB AG) und der Verband Innovativer Unternehmen (VIU e. V.) vergaben den branchenunabhängigen Preis für hervorragende Leistungen junger Nachwuchsforscher bereits zum dritten Mal.

Zellulose für bioaktive Beschichtungsmaterialien von Teststreifen

Michael Schöbitz erhielt den mit 1.000 Euro dotierten Preis für die im Rahmen seiner Dissertation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena hergestellten, sogenannten dendronisierten Zellulosederivate. Diese besitzen durch ihre verzweigte Struktur eine hohe Dichte an Aminogruppen und sind darüber hinaus leicht wasserlöslich. „Durch diese Eigenschaften sind sie als bioaktive Beschichtungsmaterialien von Teststreifen besonders geeignet, weil Antikörper, Antigene oder Enzyme gut an ihnen haften“, erklärt der junge Chemiker, der in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Heinze von der Uni Jena forscht. Teststreifen kommen bekanntermaßen zum Einsatz, um Schwangerschaften, aber auch Krankheiten, Blutzuckerwerte oder den Eiweißgehalt im Urin im Schnellverfahren nachzuweisen. „Ich freue mich, dass ich zeigen konnte, welche Innovationskraft auch heute noch in einem altbekannten Polymer wie der Zellulose steckt. Ich bin sehr stolz über die Würdigung meiner Arbeiten durch meine Platzierung beim Nachwuchsforscherpreis“, so der 33-Jährige über seine Auszeichnung.
In Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) erprobte Schöbitz überdies den industriellen Aspekt seiner jungen Erfindung: durch eine Verwendung der energie- und kosteneffizienten Rolle-zu-Rolle-Beschichtung. Sie ermöglicht innerhalb weniger Minuten mit nur 0,5 Gramm Aminozellulose die Beschichtung von rund 10.000 Teststreifen. Dr. Ralf-Uwe Bauer, Geschäftsführender Direktor des TITK, würdigt Schöbitz‘ Arbeit als „wissenschaftliche Höchstleistung, die zu einem deutlichen Zuwachs der Werkstoffkompetenzen des TITK auf dem dynamisch wachsenden Gebiet hoch wertschöpfender Polysaccharidderivate geführt hat.“

Mit dem DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreis werden hervorragende praxisorientierte Abschlussarbeiten von Studierenden und jungen Wissenschaftlern honoriert, die unter Betreuung im VIU organisierter Unternehmen und Industrieforschungseinrichtungen entstanden sind. So wird unter dem Aspekt praxisnaher Forschung und Nachwuchssicherung eine enge Verzahnung von Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten mit der mittelständischen Industrie gefördert.

MSB Kommunikation

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT