Englische Woche: Jena unterliegt Freiburg am drittletzten Spieltag

0
466
Die Jenaerin Shannon Woeller (rechts) gegen die Freiburgerin Cinzia Zehnder im Bundesliga-Spiel FF USV Jena gegen SC Freiburg im Ernst-Abbe-Sportfeld. Foto: Jürgen Scheere/FFUSV

Der FF USV Jena ging mit dem 4:1-Auswärtserfolg gegen die SGS Essen im Rücken – selbstbewusst und zuversichtlich – in dieses erste von noch zwei Heimspielen im Saisonfinale. Cheftrainerin Katja Greulich und Co-Trainer Steffen Beck nahmen im Vergleich zum Spiel am Sonntag als Schonungsmaßnahme gleich fünf Veränderungen in der Startelf vor: Kathrin Längert kehrte anstelle von Justien Odeurs wieder ins Tor zurück; ebenfalls neu Ivana Rudelic als einzige Spitze sowie Annika Graser und Marie-Luise Herrmann, auch Lina Hausicke war nach ihrer Gelb-Rot-Sperre wieder von Anfang an dabei.
Freiburg kam von einem umkämpften 3:2-Last-Minute-Derbysieg am Sonntag gegen den SC Sand – und erwartete im Ernst-Abbe-Sportfeld ein ähnlich intensives Spiel, wie Gästetrainer Jens Scheuer vor der Begegnung kommentierte: „Jena ist bekannt für seine Zweikampfstärke und eine gesunde Aggressivität. Zudem sind sie stark in der Luft und werden uns vor einige Aufgaben stellen.“

Nach den gespielten neunzig Minuten analysierte Greulich in Bezug darauf allerdings: „Es war eine verdiente Niederlage. Wir geben das Spiel her, weil wir in der ersten Halbzeit nicht aggressiv waren, nicht mit Biss in die Zweikämpfe gegangen sind.“
So geschehen auch gleich bei der ersten Aktion der Gäste aus dem Breisgau: Nach einer fein vorgetragenen Stafette konnte die aktuelle Dritte der Torjägerinnen-Liste, Lina Magull, einschieben. Das frühe Führungstor für den Sport-Club in der 6. Spielminute.

Danach zeigte sich den Zuschauerinnen und Zuschauern über weite Abschnitte eine ereignisarme Begegnung, die – angesichts der Anstoßzeit am Mittwoch um 14:00 Uhr – passender Weise auch wohlwollend als typisch für ein „Werktag-Nachmittagsspiel“ zusammengefasst werden kann. Auch die Standards, an diesem Tag noch die gefährlichsten Angriffsversuche der ansonsten außerordentlich spielstarken Freiburgerinnen, waren allesamt sichere Beute für Längert im Heimtor.

Verdiente Niederlage – Nicht unverdienter Sieg

Zur Halbzeit reagierte Jena mit einem Doppelwechsel – Utes und Vonkova für Graser und Hausicke – um die Partie noch zu drehen. Im Mittelpunkt stand dann aber eine andere Eingewechselte, jedoch eine auf Seiten der Gäste: Cinzia Zehnder vollendete zwei Minuten nach ihrer Einwechslung zur 0:2-Vorentscheidung (60.).
Jena war in der Folge bemüht noch mehr für die eigene Offensive zu unternehmen. Hierfür wurde beispielsweise auch noch Amber Hearn neu ins Spiel gebracht (64.). Auf der Gegenseite trug der Tabellenvierte Freiburg ebenso keine weiteren spielerischen Höhepunkte mehr bei, was Gästetrainer Scheuer im Anschluss an die Partie auch an seiner Mannschaft monierte: Vor allem mit der Ungenauigkeit und Nachlässigkeit im Spiel seiner Elf nach der Zwei-Tore-Führung war Scheuer unzufrieden. „Ein Grundproblem“, wie er meinte, immer dann, wenn es zu gut läuft für uns.“ Dennoch teilte er selbstredend die Meinung seines Trainergegenübers Katja Greulich und sprach unter dem Strich von „einem nicht unverdienten Sieg.“
Dieser wurde auch bis zum Ende nicht mehr in seiner Ergebnishöhe verändert. Unter anderem, weil Ivana Rudelic (62.) frei vor dem Tor glücklos blieb und Lisa Seiler im gegnerischen Sechzehner nach ihrem mustergültig gewonnenen Kopfballduell gegen Nationaltorhüterin Laura Benkarth keine Mitspielerin vor dem Tor fand, die den Ball noch zu einem Anschlusstreffer hätte verwerten können (82.).

Ob mit diesem 0:2-Endergebnis der Klassenerhalt am 20. Spieltag auch rechnerisch fix ist, wird die Fortsetzung am Abend zeigen: Gewinnt der 1. FFC Turbine Potsdam beim Tabellenelften Bayer 04 Leverkusen (Anstoß 20:00 Uhr), ist der FF USV mit Schützenhilfe des befreundeten Ostvereins durch.
Ob die heutigen Gäste aus dem Breisgau mit dem Saisonendergebnis Rang vier planen können, darüber fällt ebenfalls am Abend eine Vorentscheidung; je nachdem wie das Spiel zwischen Freiburgs Tabellennachbar, dem fünftplatzierten 1. FFC Frankfurt, und dem MSV Duisburg – bekanntermaßen Jenas Tabellennachbar (Platz zehn) – ausgeht (Anstoß 18:00 Uhr).

Das letzte Heimspiel positiv angehen

Zum letzten Heimspiel der Allianz Frauen-Bundesliga-Saison und als Abschluss der englischen Woche empfangen die Blau-Weißen diesen Sonntag, den 14. Mai 2017, wie schon im Vorjahr den DFB-Pokalfinalisten SC Sand. Gleiche Stelle, gleiche Zeit wie beim heutigen Werktagspiel: Der Anstoß ist im Ernst-Abbe-Sportfeld um 14:00 Uhr.
Die Jenaerinnen haben sich jedenfalls dafür noch einmal viel vorgenommen, wie Greulich ankündigte: „Wir wollen das letzte Heimspiel positiv angehen, dieses gegen Sand aktiv bestreiten – und uns von unseren Fans, die uns die ganze Saison hindurch zu Hause aber auch auswärts immer so treu unterstützt haben, vernünftig verabschieden. “

FF USV Jena: Längert – Hausicke (46. Utes), Sedlackova, Woeller, van den Heiligenberg – Arnold, Silva, Herrmann (64. Hearn), Seiler – Graser (46. Vonkova) – Rudelic

SC Freiburg: Benkarth – Fellhauer (87. Lahr), Schiewe (58. Zehnder), Puntigam, Simon – Minge, Schöne, Magull (80. Wagner), Starke, Hegenauer – Petermann

Tore: 0:1 Magull (6.), 0:2 Zehnder (60.)

Gelbe Karten: Utes / –

Schiedsrichterin: Christine Weigelt (Leipzig)

Zuschauerzahl: 321

Fliesenstudio Arnold

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT