Science City bezwingt Gießen souverän

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Mit einem deutlichen 86:65-Sieg eröffnete Science City am Freitagabend den straffen Drei-Spiele-in-fünf-Tagen-Schlussspurt der easyCredit BBL-Saison 2017/2018. Die Ostthüringer bezwangen die Gäste der GIESSEN 46ers vor 2376 Zuschauern verdient, kompensierten mit einem mannschaftlich geschlossenem Auftritt das verletzungsbedingte Fehlen von Routinier Immanuel McElroy und Center Oliver Clay.

Nachdem die Ostthüringer im Verlauf der ersten Hälfte einen 14:16-Rückstand nach dem Startviertel bis zur Halbzeit in eine 39:31-Führung korrigiert hatten, sorgte eine konzentrierte Vorstellung im dritten Viertel für die Vorentscheidung. Bis auf 66:46 (30.) richtungsweisend enteilt, hatten die Hessen den Saalestädtern im letzten Spielabschnitt nichts mehr entgegenzusetzen, konnten bis zur Schlusssirene lediglich Ergebniskosmetik betreiben.

Nachdem man beiden Kontrahenten im Verlauf des punktearmen Auftaktviertels die Belastung der in ihren letzten Zügen liegenden Saison anmerkte, sich zahlreiche Ballverluste sowie eine unterdurchschnittliche Wurfauswahl die Klinke in die Hand gaben, fanden die 46ers schneller ihren Rhythmus. Durch Austin Hollins nach zwei aufeinanderfolgenden Körben mit 6:10 in Rückstand liegend, sorgte ein lehrbuchhafter Behind-the-back-Pass von Julius Wolf auf Martynas Mazeika für neben dem schönsten Spielzug der Partie für den 9:10-Anschluss (6.). Zwar gelang es den Saalestädtern das Spiel infolge eines Dreiers von Kyle Weaver auf 14:12 zu drehen, das bessere Ende – eine 14:16-Führung – nahmen die Hessen zur Viertelpause jedoch mit auf ihre Bank.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts blieb das Duell zunächst so eng wie eine Radlerhose. Erst ein von Kapitän Derrick Allen eingeleiteter 10:0-Lauf sorgte dafür, dass sich Science City bis auf 35:20 (15.) absetzen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jenas Frontcourt den 46er-Center John Bryant, die gefährlichste Waffe im Kader des Teams von Coach Ingo Freyer, mit einer straffen Verteidigung zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Die „Gießener Schrankwand“ mit dem Trikot Nummer 54 erzielte in der 16. Minute zwar seine ersten beiden Punkte zum 35:22, blieb jedoch in der Statistik Scoring deutlich unter seinem Schnitt der zurückliegenden Wochen. Dafür zunehmend als Ballverteiler in Erscheinung tretend, konterte das Zusammenspiel von Bryant und Jamar Abrams mit einem spektakulären Alley oop den zuvor von Skyler Bowlin versenkten Distanzwurf auf 39:31 – Halbzeit.

Nach Beginn der zweiten Hälfte starteten Jenas Riesen deutlich zielstrebiger in den Schlagabtausch mit den Gästen von der Lahn. Zwar gelang es den 46ers bis Mitte des dritten Viertels statistischen Sichtkontakt zu halten, doch die Entscheidung sollte nicht lang auf sich warten lassen. Nach Jan Hebers erstem Punkt auf BBL-Niveau (26. – 54:40) zog Science City noch einmal das Tempo an, steigerte sich ebenso wie Julius Wolf, der nach seinem schlauen Ballgewinn den sicheren Abschluss zum 60:44 wählte, statt das Leder durch den Ring der Hessen zu prügeln. Der „Sudden Death“ ereilte die Hessen bereits in der 28. Minute, als Julius Jenkins den Jenaer Vorsprung mit seinen beiden erfolgreichen Dreiern – auf 66:46 katapultierte und mit diesen zwei Wirkungstreffern kurz vor der letzten Viertelpause die Vorentscheidung in Zement goss.

Mit dem komfortablen Punkte-Polster im Rücken das finale Viertel eröffnend, sorgte Jenas energischer 15:0-Lauf bis zum 75:46 (32.) für den endgültigen Neckbreaker der Gäste, die sich nach einem Dunk von Kyle Weaver zum 77:47 mit dem höchsten Rückstand der Partie konfrontiert sahen. Mit dieser 30-Punkte-Differenz frühzeitig das 13. „W“ in die Siegerspalte der BBL-Tabelle meißelnd, ließen beide Kontrahenten bis zur Schlusssirene eine Partie austrudeln, die im Vorfeld deutlich enger erwartet worden war, letztendlich jedoch mit Science City einen verdienten Sieger fand.

Ingo Freyer (GIESSEN 46ers): Glückwunsch an Björn uns sein Team zu einem verdienten Sieg. Jena hat zurecht gewonnen, weil sie uns mental von Anfang an überlegen war. Es Wir standen seit Wochen und Monaten unter einer unglaublichen Anspannung und haben uns immer wieder mit den Playoffs beschäftigt haben. Nach der letzten Niederlage war Jena heute im Auftreten, in der Aggressivität deutlich überlegen. Das ist natürlich schade. Ich würde mir auch wünschen, dass wir jedes Spiel einhundert Prozent geben und jedes Spiel im besten Fall gewinnen. Deswegen suche ich jetzt auch keine Gründe, warum wir heute hier verloren haben.

Björn Harmsen (Science City Jena): Gießen hat unter Ingo eine unglaubliche Saison gespielt, mit sehr tollem und attraktivem Basketball. Sie haben es geschafft mit ihrer schnellen Spielweise John Bryant einzubinden und so hat es viel Spaß gemacht, die Spiele der 46ers zu schauen. Wir hatten im Hinspiel keine Chance hinsichtlich der Energie der Gießener. Heute haben unsere beiden Center Derrick Allen und Oliver Mackeldanz sehr sehr gut gearbeitet, haben Bryant nur selten den Ball bekommen lassen. Zudem hat Julius Jenkins in seinen knapp 20 Minuten ein ganz tolles Spiel gezeigt, neben seinen 17 Punkten elf wichtige Rebounds geholt. Das war sehr beeindruckend. Ich bin stolz darauf wie sich das Team heute vor dem heimischen Publikum präsentiert hat.

SCJ: Bowlin 19, Jenkins 17 (11 Reb.), Mazeika 13, Allen 12, Weaver 7, Mackeldanz 6, Wolf 4, Ugrai 3, Reyes-Napoles 2, Radojicic 2, Heber 1, Rahn

The Londoner - Gotha

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