Sieg beim Tabellenführer

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Mit einer echten Sensation endete das aus Jenaer Sicht perfekte Doppelspiel-Wochenende für die Erstliga-Basketballer aus Science City. Die Thüringer bezwangen am Sonntagabend in der mit 3018 Zuschauern gefüllten Oberfrankenhalle den bis dahin an der Spitze der easyCredit BBL thronenden Tabellenführer aus Bayreuth mit 88:75, holen sich somit nach dem bereits überraschenden 92:87-Sieg am Freitagabend gegen ratiopharm Ulm zwei weitere, äußerst wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Während die Saalestädter auf dem Parkett der Oberfrankenhalle von Beginn an das Tempo bestimmten, nach einem Distanzwurf von Immanuel McElroy und zwei Zählern von Oli Clay mit 5:0 in Front lagen, gab diese frühe Führung der Mannschaft von Trainer Björn Harmsen die nötige Sicherheit. Die Hausherren verkürzten im Verlauf des Startviertels zwischenzeitlich bis auf 14:12, dafür setzte Martynas Mazeika parallel zum Buzzer des ersten Abschnitts den Schlusspunkt zum 21:16.

Auch im zweiten Viertel blieben die Ostthüringer das tonangebende Team. Von Skyler Bowlin und Martynas Mazeika im Backcourt clever dirigiert, sorgte Oli Clay mit zwei Freiwürfen beim 31:20-Zwischenstand für die erste zweistellige Führung der Gäste. Die Franken versuchten sich in dieser Phase zu wehren, fanden jedoch weder Bindung zum Spiel noch ihrem Rhythmus, der im bisherigen Saisonverlauf zu einer makellosen 4:0-Bilanz geführt hatte. Jenas Korbjäger nutzten diese Phase um statistisch und mental zu enteilen und so sorgte erneut ein Dreier – in Person von Julius Jenkins 3,7 Sekunden vor der Halbzeitsirene – für den überraschend-erfreulichen sowie deutlichen Jenaer 45:29-Pausenstand.

Der dritte Abschnitt startete unterdessen wie das zweite Viertel geendet hatte, mit einem Dreier von Julius Jenkins zum 48:29. Nach einem weiteren Distanzwurf von Max Ugrai sowie einem Steal von Skyler Bowlin, der Immanuel McElroy zum 55:29 perfekt assistierte, hatte Raoul Korner auf Seiten der Bayreuther genug gesehen – Timeout (22.). Es blieb jedoch auch nach der taktischen Besprechung lediglich beim Bemühen um Ordnung für medi bayreuth. Denn während die Oberfranken trotz des Supports durch die zunehmend lautstarken Kulisse zu viele offene Würfe vergaben, bastelte Science City kontinuierlich an der Sensation. Nachdem Martynas Mazeika mit seinem Treffer zum 58:31 (24.) die höchste Führung des Spiels erzielt hatte, versuchten die Saalestädter ihren Vorsprung zu konservieren. Doch Bayreuth gab sich noch nicht geschlagen, zog mit Aufbauspieler Bastian Doreth das letzte Ass aus dem Ärmel. Der gebürtige Nürnberger versuchte seine Mannschaftskollegen für eine Aufholjagd zu begeistern. Unmittelbar nachdem die Nummer 10 der Franken durch einen Dreier auf 61:43 verkürzt hatte, zog Jenas Trainer Björn Harmsen die taktische Notbremse, um den Fokus seines Teams noch einmal zu schärfen – Timeout (29.). Fortan verlief das Spiel der Ostthüringer wieder in den gewohnt erfolgreichen Bahnen der ersten beiden Abschnitte. Selbst das Ende des dritten Viertels glich den vorangegangenen Spielabschnitten. Statt Mazeika und Jenkins war es in diesem Fall Brandon Spearman der mit seinem Wurf hinein in die Pausensirene auf 65:47 erhöhte.

Im Verlauf der finalen zehn Minuten versuchten sich die Franken zwar noch einmal im Ansatz einer Aufholjagd, verkürzten nach einem York-Dreier und zwei Doreth-Freiwürfen bis auf 77:65 (37.), doch Science City blieb auch in der Schlussphase stabil genug, um sich nicht mehr überraschen zu lassen. Immanuel McElroy machte mit seinem artistischen Korbleger zum 79:65 den Deckel drauf und beruhigte 162 Sekunden vor Ultimo alle Bayreuther Fans, die bis in die Crunchtime auf einen Richtungswechsel gehofft hatten.

Björn Harmsen (Scicence City Jena): “Ich muss sagen dass es eine unglaubliche Leistung meiner Mannschaft war. Wir wussten, es gibt hier vielleicht eine Möglichkeit mitzuhalten, weil Bayreuth viele Spiele gespielt hat und eine Woche gereist ist. Ich glaube, da gibt es weder Spieler noch Trainer, wo man nicht anmerkt dass man so etwas in den Knochen hat. Wir waren relativ frisch. Wir haben am Freitag keinen Spieler über 28 Minuten eingesetzt und wollten das heute wieder so machen. Gerade in der ersten Halbzeit sollte kein Spieler länger auf dem Parkett stehen. Ich glaube, das hat und sehr geholfen, um im dritten Viertel den Vorsprung herauszuarbeiten. Großes Kompliment, ich war sehr beeindruckt, wie sich meine Jungs heute präsentiert haben.“

Raoul Korner (medi bayreuth): „Glückwünsche an Björn und seine Mannschaft, sie haben ein hervorragendes Spiel abgeliefert. Sie waren abgebrüht, souverän, auch in der Offensive. Ich glaube, wir hätten heute nicht einmal einen Stein in den Ozean getroffen. Wir waren miserabel beim Dreipunktwurf, haben an der Freiwurflinie zwölf Punkte liegen lassen. Das hat uns gerade zu Beginn sehr frustriert und das hat man gemerkt. Während Jena sehr hochprozentig getroffen hat ist bei uns nichts gefallen. Als wir begonnen haben zu treffen war das Spiel mit Minus 27 eigentlich schon entschieden. Trotzdem möchte ich meinem Team ein riesen Kompliment machen. Ich glaube, was die Burschen in den letzten neun Tagen geleistet haben ist aller Ehren wert. Auch in einem Spiel wie heute noch einmal die Courage zu haben zu fighten, auch wenn es nicht realistisch war die Partie noch zu drehen, zeigt zum einen, dass irgendwo die Energie da ist, die wir in Zukunft früher mobilisieren müssen. Es zeigt aber auch die Einstellung, dass das Herz am richtigen Fleck ist und wir Kampfgeist haben. Wenn man mir vor dieser Woche gesagt hätte, dass wir mit 3:1 aus dieser Woche gehen, hätte ich das mit großem Dank genommen. Letztendlich war es für uns eine sehr gelungene Woche.”

SCJ: Mazeika 20 Punkte, McElroy 16, Spearman 11, Allen 9, Ugrai 8, Clay 8, Jenkins 8, Bowlin 6, Reyes-Napoles 2, Mackeldanz – Heber (DNP)

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