Rehwild: Im Liebesrausch vors Auto

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Gotha (red/hs, 14. Juli). Die Blattzeit, die Paarungszeit des Rehwildes, steht im Freistaat kurz bevor. Dieses an sich erfreuliche Geschehnis in der freien Natur steigert aber nicht nur die Zahl der Rehe im Freistaat, sondern leider auch die Zahl der Wildunfälle. Denn der liebestolle Rehbock treibt die Ricke oft genug kilometerweit vor sich her – ohne Rücksicht auf Umgebung oder Straßenverkehr.

Besonders fatal ist, dass sich das eigentlich geringe Gewicht eines Rehs von etwa 20 Kilogramm überproportional mit dem Fahrzeugtempo zu einem gefährlichen Aufprallgewicht entwickelt. Bei Tempo 70 hat ein Reh ein Aufprallgewicht von 850 Kilogramm – mithin das Gewicht eines ausgewachsenen Ochsen. Damit erklärt sich, warum viele Unfälle mit Rehwild z. T. deutliche Folgen haben.

„Autofahrern sei empfohlen, von Ende Juli bis Mitte August von Wald und Feld gesäumte Straßen besonders aufmerksam zu befahren und auf Wildwechsel-Verkehrszeichen zu achten“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand: „Wechselt ein Reh die Straße, sollte mit weiteren, nachfolgenden Tieren gerechnet werden.“.

Der Förster hat noch weitere Tipps parat: Im Fall der Fälle den Wildunfall umgehend der Polizei melden, zum einen, um verunfallte und verletzt flüchtige Tiere vom Leid zu erlösen, zum anderen, um den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten. Und: Keinesfalls versuchen, mit riskanten Fahrmanövern einem Reh auf der Fahrbahn auszuweichen. Der Fahrer gefährdet dabei leider oft genug sich selbst und weitere Verkehrsteilnehmer. Ein kontrollierter Aufprall ist die geeignete Reaktion zum Schutz der Autoinsassen.

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