Gothaer Bus-Streit: Insolvenzverwalter Rombach verbietet Firma Steinbrück ab morgen das Fahren / Steinbrück: Fahren weiter!

Im Gothaer Bus-Streit gibt es eine neue Wende: Nach Ansicht von Rolf Rombach, Insolvenzverwalter der Regionalen Verkehrsgemeinschaft (RVG), gibt es keinen Vertrag der RVG mit der Firma Steinbrück mehr. Dessen Busse dürften deshalb ab morgen nicht mehr fahren.

Dies sagte der Insolvenzverwalter heute auf einer Pressekonferenz: „Ich habe heute entschieden: Die Firma Steinbrück fährt nicht mehr!“ Der Firma Steinbrück sei der Linienverkehr im Auftrag der RVG vom ihm als Insolvenzverwalter „sofort verboten“ worden.

Mit der Betrauung der bisher von der Firma Steinbrück gefahrenen Linien hat Rolf Rombach die anderen vier als Gesellschafter der RVG agierende Unternehmen betraut.

Von allen Beteiligten hatte der Insolvenzverwalter zuvor Angebote abgefordert. Vor seiner Entscheidung habe er die Wirtschaftskraft der Unternehmen geprüft und dabei auch die Wahrscheinlichkeit, dass der ÖPNV von ihnen auch in Zukunft vollzogen werden kann.

Danach sei für ihn klar gewesen, dass die Firma Steinbrück nicht alle Linien bedienen könne. Die Firma Steinbrück habe das Angebot gehabt, einige Linien auszusuchen, um das wirtschaftliche Risiko zu minimieren. „Ich habe versucht, mit einem vermittelnden Angebot einen Ausgleich für die Firma Steinbrück zu schaffen. Das ist nicht angenommen worden!“

Rombach betonte, dass er davon ausgehe, dass „die Firma Steinbrück mit der RVG seit dem 1. Januar keinen Vertrag“ mehr habe. Vorsichtshalber habe er aber eine „Erklärung nach Paragraph 103 der Insolvenzordnung“ abgegeben.

Die Entscheidung sei „aus reinen wirtschaftlichen Interessen im Sinne der RVG zu verstehen“. Die Entscheidungsgrundlage sei für ihn die „zukünftige Wirtschaftskraft des Unternehmens“ gewesen.

Auf die Frage, ob er glaube, dass die Firma Steinbrück weiterfahre, erklärte Rolf Rombach: „Die Firma Steinbrück wird anwaltlich vertreten. Ich denke schon, dass sein Anwalt den § 103 der Insolvenzordung kennt.“

Zugleich betonte er, dass die Firma Steinbrück vor der Pressekonferenz von seiner Entscheidung informiert worden sei.

Bei der Firma Steinbrück wollte man die Entscheidung des RVG-Insolvenzverwalters nicht kommentieren. Eine Entscheidung sei aber getroffen worden, betonte der Steinbrück-Sprecher Torsten Jäger: „Wir fahren weiter!“

Am Doppelverkehr wird sich also zunächst nichts ändern. Rombach ließ bei der Pressekonferenz offen, wie er auf diese Entscheidung der Firma Steinbrück reagieren wird. Er wiederholte seine Ansicht, dass Steinbrück den Doppelverkehr „ab morgen nicht mehr fahren darf.“

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