Blütenpracht mitten im kalten Winter? – Das gibt es. Dank der Orangeriefreunde sind derzeit etwa sechzig blühende Kamelien und etliche Pomeranzen in den Häusern der Orangerie zu bewundern. Viel Wissenswertes über die Pflanzen erfuhren Interessierte am 9. und 15. Februar von Gernot Harnisch. Er engagiert sich seit Jahren bei den Orangeriefreunden und ist Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Gotha. Zwischen diesem und dem ebenfalls ehrenamtlich tätigen Seniorenbeirat der Wohnungsbaugenossenschaft Gotha e.G. (wbg) bestehen enge Kontakte.
Aus dem Inventarverzeichnis von 1781 entnahm Harnisch, dass es in der Orangerie zu dieser Zeit 2953 Pflanzen gab. Davon 608 Zitrus- und 290 Lorbeerbäume. Nach Recherchen des Seniorenbeiratschefs im Staatsarchiv beherbergten die so genannten Kalthäuser der Orangerie im Jahre 1870 etwa 640 Kamelien, die um 1810 zum ersten Mal nach Deutschland kamen.
Von einem befreundeten Verein aus Pirna erhielten die Orangeriefreunde dreißig Jahre alte Kamelienableger. In den nächsten Jahren will der Verein noch mehr Pflanzen nach Gotha holen, um sie in den Glasgewächshäusern zu präsentieren. Auch von der Bitterorange namens Pomerone will der Verein noch einige Pflanzen anschaffen.
Auf der Baustelle im Lorbeerhaus hat sich mithilfe der Orangeriefreunde viel getan. An der Sanierung von Decken und Fenstern ist der Verein finanziell beteiligt. „Leider stellt die Stiftung dieses Jahr kein Geld für weitere Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung“, bedauert Gernot Harnisch. „Aus den vorhandenen Spendengeldern kaufen wir aber einen Vorhang für die Pomeranzen. Sie vertragen keine Zugluft“.
Die Führungen durch die Orangerie kamen beim Publikum gut an. Die Mitglieder der wbg zeigten sich sehr interessiert, stellten viele Fragen und kauften Postkarten mit abgebildeten Kamelien. Von den Kamelien werden jeweils vier Ableger gezogen, um den Bestand zu sichern. Zukäufe von Gärtnereien lehnen die Orangeriefreunde ab. Gernot Harnisch: „Wir wollen historische Pflanzen züchten“. Im Sommer wird es wieder Veranstaltungen geben, die Geld in die Kasse spülen sollen, um der Orangerie den Charme vergangener Tage zurückzugeben.






















