Katrin Sergejew mit ostdeutschem Gründerpreis ausgezeichnet

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„Als der Anruf, dass ich gewonnen habe,  von der Super Illu kam, bin ich erstmal vor Freude durch die Werkstatt gehüpft“, erinnert sich Katrin Sergejew. Verständlich: Wurde die junge Modemacherin doch in der Kategorie „Pfiffige Gründerin“ mit dem ostdeutschen Gründerpreis ausgezeichnet – für ihr Modelabel „kaseee design & art“. Der Preis wird seit zwölf Jahren von der Zeitschrift Super Illu und der KfW-Bankengruppe vergeben und „soll den Mut, die Innovationskraft und die Kreativität von Unternehmensgründern aus den neuen Ländern ehren und bestärken“, heißt es offiziell.
Alles ging schnell: Erst im vergangenen Dezember bewarb sich die 29-Jährige um den Gründerpreis, immerhin mit 415 anderen ostdeutschen Unternehmensgründerinnen und -gründern – und schon zwei Monate später luden Zeitschrift und Bankengruppe zur Preisverleihung nach Berlin. „Ich bin eine Frau, stamme aus Thüringen und habe meinen Firmensitz in Apolda. Das waren wohl alles Gründe, die für mich sprachen.“ Den Preisverleihern ging es aber um mehr: Um „Herzblut, Kreativität und viel Mut“.
Alles Eigenschaften, die Katrin auszeichnen. Aufgeregt war sie schon ein bisschen, bekennt sie. Kein Geringerer als Wirtschaftsminister Philipp Rösler überreichte ihr nämlich den Preis. „Während der Preisübergabe fragte er mich, wo denn Apolda überhaupt läge“, schmunzelt die Kaseee-Gründerin.
Seit zweieinhalb Jahren ist die alte Strickwarenstadt die Heimat von „kaseee design & art“. Seitdem haben sich nicht nur die Umsätze verdoppelt, auch Katrin ist endlich angekommen. „Hier funktionieren noch die alten Strukturen: Ich kann Stücke in kleinen Serien in Auftrag geben, und auch die hiesige Wirtschaftsförderung leistet ganze Arbeit. Ich fühle mich hier bestens aufgehoben.“
Vor fast genau fünf Jahren gründete Katrin Sergejew das Modelabel, zunächst noch mit Sitz in Kahla. Mittlerweile beschäftigt sie fünf Mitarbeiterinnen, inklusive einer Auszubildenden, und fertigt mit ihnen 2000 Teile jährlich. „Die Sachen entwickeln sich mit der Zeit und vor allem mit den Menschen, die hier arbeiten“, erklärt die Modemacherin.
Einen Acht-Stunden-Tag kennt sie nicht. „Dafür werde ich aber ständig mit schönen Sachen belohnt, wie eben dem ostdeutschen Gründerpreis. Bei dem Feedback, das ich erhalte, komme ich gar nicht erst auf die Idee, meine Arbeit in Frage zu stellen.“ Aktuell arbeiten Katrin und ihre Mitarbeiter an der „Traumfänger“-Kollektion. Asymmetrische Bekleidung mit Köpfchen: durchdacht, schick und funktionell – das ist kaseee. „Dass ich aber nicht nur als Designerin denken darf, sondern auch als Unternehmerin, das musste ich erst lernen“, bekennt Katrin Sergejew. Dass ihr das geglückt ist, unterstreicht die Siegertrophäe.
„Die Gewinner des Preises haben es gewagt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.  Wir hoffen, dass sie mit ihrem Erfolg möglichst viele Menschen dazu ermutigen, ihre eigenen unternehmerischen Ideen zu verwirklichen“, sagte Robert Schneider, Chefredakteur der Super Illu, in der Laudatio.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Katja Vollenberg



Fliesenstudio Arnold