Wann ist man schon mal Leopard? Ein Gespräch mit Susanne Daubner

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Disney Zoomania 2, Synchronaufnahmen in Berlin 2025 Susanne Daubner (Foto: Hanna Boussouar)

OSCARS STAR-INTERVIEW 19 In der deutschen Fassung des Disney-Animationsabenteuers „Zoomania 2“ (Kinostart: 26. November 2025) erklingen zwei wohlvertraute Stimmen. „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner (64) ist als Anchor-Woman Fabienne Growley zu hören. Ein Gespräch mit Thüringens einzigem freiberuflichen Film-Journalisten André Wesche.

Frau Daubner, was für eine Erfahrung war Ihr Synchronjob?

Es war aufregend. Super nettes Team, ich fühlte mich rundum wohl. Ja, es hat großen Spaß gemacht. Mein Part war eher klein, ich hatte ja genau die Rolle gehabt, die ich auch im realen Leben wahrnehme. Aber wann ist man schon mal ein Schneeleopard? Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, als ich das Angebot bekam. Ich würde gern mal im Schneeleopard-Kostüm die Tagesschau sprechen. Vielleicht in meiner letzten Sendung…

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Disney-Film als Kinozuschauer?

Wenn ich mich recht erinnere, war es „Bambi“. Ich war zum ersten Mal mit meiner Tochter im Kino, doch unser Aufenthalt dort war dann relativ kurz. Denn bevor die eigentlich harte Szene mit dem Tod von Bambis Mutter kam, gab es ein großes Unwetter und allein das machte meine Tochter so ängstlich, dass wir gehen mussten.

Natürlich ist ein Film wie „Zoomania 2“ in erster Linie gute Unterhaltung. Glauben Sie, dass die Geschichte darüber hinaus auch dazu geeignet ist, Kinder auf Tiere neugierig zu machen?

Ich finde, das ist ein ganz wichtiges Thema. Ich schaue mir die großen Tiere ja lieber aus der Entfernung an und ich fühle mich generell wohler, wenn sie in freier Wildbahn leben. Wir nehmen den Tieren immer mehr Lebensraum, Tierarten sterben aus, der Raubbau an der Natur muss aufhören! Tiere sind so wichtig für unser Ökosystem.
Von daher finde ich es gut, wenn man im Anschluss an einen solchen Film, der viele Botschaften transportiert, in der Familie darüber spricht, diskutiert.

Tatsache ist, dass neben vielen anderen Arten auch die allseits beliebten Faultiere in ihrem Bestand bedroht sind. Jüngst ging wieder eine Weltklimaschutzkonferenz zu Ende und man er- wartet schon gar keine großen Durchbrüche mehr. Betrachten Sie mit Sorge, dass Wirtschaftsthemen die brennenden Fragen des Überlebens überlagern?

Wir haben keine Glaskugel, die uns die Zukunft zeigt. Aber wir kennen die Probleme und müssen sie jetzt angehen. Und jeder von uns kann schon im Kleinen dazu beitragen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Politiker und Konzernmanager auf einem anderen Planeten leben, wo sie von den Folgen ihrer politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen nicht eingeholt werden. Aber wir haben nur diese eine Welt und müssen jetzt handeln.
Dabei ist nachgewiesen, dass man mit einer klimafreundlicheren Politik auch Geld verdienen kann. Es ist nicht so, dass man da ständig nur draufzahlt. Die Meere sind zugemüllt mit Plastik, Millionen Tonnen Online-Handel-Verpackungsmüll aus China, wir als Verbraucher sollten dringend unser Konsumverhalten hinterfragen. Jeder Mensch muss zunächst bei sich selbst anfangen.

Im Mittelpunkt von „Zoomania 2“ steht eine Schlange. Mögen Sie Reptilien?

Ich muss gestehen, dass ich sie am liebsten aus der Distanz sehe. Ich hatte vor langer Zeit mal einen Freund, der zu Hause zwei riesige Schlangen in einem Terrarium hielt. Ja – es war eine sehr unruhige Nacht. Trotzdem sind es natürlich wunderschöne Tiere.

Frau Daubner, seit 2021 verkünden Sie alljährlich offiziell das „Jugendwort des Jahres“. Aktuell lautet es „Das crazy“. Wie wird der Jugend aufs Maul geschaut?

Jeder kann seine Vorschläge online an den Langenscheidt-Verlag schicken. Die Wörter dürfen natürlich nicht beleidigen oder diskriminieren. Eine Jury entscheidet dann, welche Begriffe in die Top 10 bzw. Top 3 kommen. Ja, und im Herbst erfolgt dann jeweils die Verkündung des aktuellen Jugendwortes.

In Disney-Filmen wird am Ende alles gut. Blicken Sie optimistisch in die Zukunft?

Auf jeden Fall. Optimismus gibt Kraft, auch die weniger schönen Zeiten zu überstehen. Kriege, Hunger – das alles hat es immer schon gegeben. Manchmal habe ich das Gefühl, das Gut und Böse sich irgendwie die Waage halten. Aber ich bleibe optimistisch, dafür ist das Leben viel zu schön und es gibt doch so viele wunderbare Menschen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 11 (2025)

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