Vor 25 Jahren schloss die letzte – und einzige – Jugendherberge in Gotha. Das wollte Oberbürgermeister Knut Kreuch bei seinem Amtsantritt 2006 nicht auf sich sitzen lassen und rang seitdem um eine neue Unterkunft. Für Oscar am Freitag war Sascha Mohnke dabei – und erlebte einen „großen Bahnhof“.
Knapp 20 Jahre später war es dann so weit. Am 20. Januar fand die offizielle Eröffnungsfeier der neuen „Jugendherberge Gotha“ statt. Das neue Prunkstück befindet sich zwischen der Jüdenstraße und dem Klosterplatz und liegt damit im Zentrum der Residenzstadt. Dies war dem Oberbürgermeister ein besonderes Anliegen: „Die Jugendherberge steht nicht irgendwo am Rand der Stadt. Sie befindet sich dort, wo das Leben pulsiert, dort wo die Bildung ihre Geburtsstunde erlebte und dort, wo unsere kulturellen Schätze auf Besucher warten.“
Rund 16 Millionen Euro hat die Unterkunft gekostet, in der 154 Betten auf 49 Zimmer verteilt sind. Von Einbett- bis Sechsbettzimmern und vier Appartements – mit Küchenzeile – ist alles vorhanden. Desweitern umfasst das Gebäude vier Seminar- und Konferenzsäle für bis zu 120 Personen, eine große und lichtdurchflutete Cafeteria und einen gemütlichen Vorraum mit Fernseher und Billardtisch.
Eigentlich sollte der Umbau der drei DDR-Plattenbauten in der Jüdenstraße 2021 beginnen und 2023 abgeschlossen sein.
Auf Grund verschiedenster Unwägbarkeiten – Coronapandemie, Diebstahl von der Baustelle, falsch verlegte Kabel – startete der Bau 2022 und endete im Jahr 2025. Seit Anfang November des vergangenen Jahres läuft die Jugendherberge im Probebetrieb. Ab April 2026 wird sie unter Volllast laufen.
„Wir haben bisher positives Feedback erhalten und freuen uns auf die bevorstehende Aufgabe“, erklärte Martin Straßburg, Betriebsleiter der Jugendherberge (Foto mit Knut Kreuch). Zudem konnte das Team die Zeit nutzen, sich gut einzuspielen. Das wird auch nötig sein, denn: „Aktuell liegen wir bei 4.000 geplanten Übernachtungen, Tendenz steigend“, so Straßburg voller Begeisterung.
Zur Eröffnung war auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt zu Gast. „In Gotha zeigt sich die kulturelle Vielfalt Thüringens. Es ist umso bedeutsamer, dass auch eine junge Generation diese kennenlernt. Weiterhin führte er aus, dass sich an dieser Neueröffnung zeige, dass „wir Thüringer weiter an uns glauben“. Alle Beteiligten strotzten nur so vor Zuversicht. Hiermit zeige sich: „Thüringen ist mehr als Bratwurst und Bier. Das ‚Grüne Herz‘ ist auch Anlaufstelle für den Tourismus und das wird sich jetzt in Gotha zeigen“, schloss Voigt.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 1 (2026)





















