Widerstand gegen Wald-Windräder – In Finsterbergen zeigt sich: Menschen wollen Projekt nicht hinnehmen

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Fliesenstudio Arnold

„Keine Windräder am Rennsteig!“ lautete der Titel einer Bürgerversammlung in der vergangenen Woche in Finsterbergen.

Die Resonanz ist riesig. „Der Linde-Saal in Finsterbergen ist so gefüllt wie sonst nur zum Büttenabend des FKK in der Karnevalshochburg“, schreibt der Tageszeitungsreporter. Und weiter: „Nur: Es ist keine Faschingszeit – und das Thema ist nicht heiter, sondern ernst.“

Hintergrund: Die Firma Altus
renewables GmbH beabsichtigt, im Thüringer Wald auf Flächen der herzoglichen Stiftung des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha 15 Windräder zu errichten, das höchste davon mit einer Höhe von 266,5 Metern – und das alles nur wenige hundert Meter vom Rennsteig entfernt.

Was sich bei dem Informationsabend zeigt: Im Streit um den geplanten Windpark am Brandkopf kochen die Emotionen hoch. Bei der Bürgerversammlung ließen Anwohner und Bürgerinitiativen ihrem Unmut freien Lauf. Geleitet wurde die Veranstaltung von Hagen Zunft von der Bürgerinitiative Finsterbergensowie von Susanne Schmieder aus Georgenthal, Sprecherin der Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Wald“. Letztere sprach den Anwesenden aus dem Herzen, als sie verkündete: „Wir stehen auf. Ab morgen ist Schluss mit Schweigen!“.

Erschreckend sei, dass das von der herzoglichen Stiftung geplante Gebiet zusätzlich zu den von der Regionalplanung Mittelthüringen ausgewiesenen Flächen entstehen solle, verdeutlicht Schmieder die Dimensionen. Vertreter der Initiativen warnen deshalb vor einer massiven Zerstörung des Landschaftsbildes, Gefahren für den Tourismus im heilklimatischen Kurort Finsterbergen und tiefgreifenden Eingriffen in den Wald. Die große Angst bringt Susanne Schmieder vor, die darauf verweist, dass „der geplante Ausbau der Windkraft-Giganten wird über Generationen unser aller Heimat, unser aller Wald, unser aller Existenzen bedrohen“ werde.

Das sehen auch die Lokalpolitiker so: Stadt- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister von Friedrichroda, Tambach-Dietharz und der Landgemeinde Georgenthal haben sich bereits klar gegen das neue Windparkvorhaben ausgesprochen.

Die herzogliche Familienstiftung als Waldeigentümerin und Projektpartner hatte auf Anfrage der Thüringer Allgemeine und TLZ „dagegen auf Klimaschutz, Schadensbilder im Wald und dringend benötigte Pachterlöse für Wiederbewaldung“ verwiesen, wie die Zeitungen schrieben. Altus sprach gegenüber TA und TLZ von „wenig Konfliktpotenzial“ und verwies auf Erfahrungen aus anderen Waldprojekten, während das Thüringer Landesverwaltungsamt nach Angaben der Tageszeitung „bislang keinen formellen Antrag verzeichnet – und den Rennsteig-Bereich im Entwurf des Teilplans Windenergie als sensibel einstuft.“

Für die Mitglieder der Bürgerinitiativen ist die Stellungnahme der Familienstitung ein „Standardverhalten, um die Menschen vor Ort ruhigzustellen“. Sie warben bei den Anwesenden um Spenden für den angestrebten Rechtsweg – nach ihren Berechnungen könnten zunächst 22.000 bis 30.000 Euro dafür reichen. Der Tenor im Saal: „Im günstigsten Fall sind wir fünf vor 12!“

Verwiesen wurde an diesem Abend auch auf die Brandschutzprobleme, die mit dem Bau der Anlagen einher gehen würden.

Übrigens: Die Bäume, die ein Herzog in der Vergangenheit oder heute in großer Zahl erntet, stammen nicht aus den Pflanzungen seiner Vorfahren – sie sind von der heimischen Bevölkerung gesetzt worden. Unabhängig davon: Der Widerstand geht jetzt erst richtig los.
ms/red

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 5 (2026)

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