Darauf warteten Einwohner sehnsüchtig: Klaustor in Waltershausen endlich fertig

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Waltershausens Bürgermeister Leon Graupner ist hocherfreut über die Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen am Klaustor.

Eines der Wahrzeichen der Stadt Waltershausen erstrahlt in neuem Glanz. Die Sanierungsarbeiten am Klaustor sind abgeschlossen. Am 1. Juli konnten Einwohner das Ergebnis bestaunen.

Nach sechs Monaten aktiver Bauzeit konnte das historische Gebäude fertiggestellt werden. Etwa 800.000 Euro seien in die Maßnahmen geflossen, so Bürgermeister Leon Graupner.

Das Klaustor – erstmals 1390 urkundlich erwähnt – kann von den Einwohnern und Besuchern der Stadt nicht nur aus der Entfernung bewundert werden.

„Der Verkehr ist wieder freigegeben“, verkündete Graupner stolz. Es störe ihn nicht, dass die Freigabe an einem Mittwoch zur Mittagszeit stattfand. Den Gewerbetreibenden sollten die Straße und die Zufahrt zur Innenstadt wieder so schnell wie möglich zur Verfügung stehen. Trotzdem freute sich der Bürgermeister der Kleinstadt über das rege Interesse – wobei einige Besucher möglicherweise nur wegen der kostenlosen Bratwurst gekommen waren.

Federführend bei der Sanierung war das Planungsbüro Wiegand. Inhaber und Architekt Jürgen Wiegand sprach über die Gründe für die dreimonatige Bauverzögerung: „Die Natursteine des Mauerwerks hatten statische Risse. Die entdeckten wir erst, nachdem der Putz entfernt worden war.“ Um das Klaustor statisch zu sichern, mussten drei bis vier Meter lange Edelstahlanker in den Turm gebohrt werden. Auch das Wetter spielte nicht mit. Im Januar, Februar und März wurde eine Temperatur von fünf Grad Celsius nicht überschritten. „Wir konnten den neuen Putz erst ab Mitte April auftragen“, so der Architekt.

Vollständig abgeschlossen sind die Arbeiten dennoch nicht. Das Mauerwerk am Klaustor wird weiterhin abgetragen. Der Gehweg, der an den Rest der ehemaligen Stadtmauer grenzt, bleibt weiterhin gesperrt.

Einen Plan habe die Stadt schon vor langer Zeit verworfen, erklärte Jürgen Wiegand. Als vor zwölf Jahren die erste bundesweite Ausschreibung für die Sanierung und Umgestaltung stattfand, gehörten noch zwei Neubauten zum Konzept. „Es sollte ein Gebäude geben, das als Zugang zum Turm diente. Ein anderes wäre ein Wohnhaus geworden“, so Jürgen Wiegand in seiner Eröffnungsrede. Aber: Das erste Planungsbüro sprang ab, die Zeit verstrich. Gestiegene Kosten und abgelehnte Fördermittelanträge sorgten dafür, dass das Konzept aus Sicht der Stadt zu unwirtschaftlich sei – man bedenke: Schon damals wurden Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

„Wir schaffen etwas, wovon die Bevölkerung profitiert. Wir machen etwas für alle“, sagte Leon Graupner. Wo sich noch klägliche Reste der historischen Stadtmauer befinden, wird eines Tages eine Parkanlage das Ortsbild zieren. Aber das bleibt erst einmal reine Zukunftsmusik.

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