Hier wird auch an den Nachwuchs gedacht: „Abend des Ehrenamts“ der Gothaer SPD

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Der Andrang beim „Abend des Ehrenamts“ der Gothaer SPD und der SPD/FDP-Stadtratsfraktion im Garten des Tivoli war groß.

Über 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 60 Vereinen nahmen sich den Abend frei und feierten mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Ehrenamt. „Es ist die größte Kontaktbörse des Ehrenamts“, beschrieb Matthias Hey, SPD-Landtagsabgeordneter, den Abend.

Bereits zum 13. Mal kamen Mitglieder und Vorstände sämtlicher Gothaer Vereine, Verbände und Initiativen zusammen, um einen geselligen 15. Juni zu verbringen.
Im Zentrum der Veranstaltung standen auch in diesem Jahr die Preisverleihungen. Mit einer Premiere: Zum ersten Mal wurde ein Ehrenamtspreis für engagierte junge Menschen unter 21 Jahren vergeben.

Zuerst durften die Gewinner des „Emil-Sauerteig-Preises“ nach vorne treten. Als Preisträgerin durfte sich Jutta Weineck freuen. „Sie ist hilfsbereit und warmherzig. Sie engagiert sich dafür, dass andere satt werden. Egal, was kommt, sie steht immer für andere Menschen ein“, sagte Oberbürgermeister Knut Kreuch in seiner Ansprache.
Ähnlich lobend fiel auch die Laudatio auf Detlef Mondschein (rechts auf dem Foto) aus. Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk durfte den Rettungsschwimmer vorstellen. Über eine Dekade hinweg habe sich Detlef Mondschein im Ehrenamt verdient gemacht. Dabei gebe er nicht nur immer alles, sondern vermittelt sein Wissen auch weiter. Seine Kenntnisse und Erfahrungen teile er mit anderen Wasserbegeisterten. „Diese Leistungen nötigen sehr viel Respekt ab“, unterstrich Katharina Schenk.

Nicht weniger beeindruckend ist der Einsatz der beiden ersten Gewinner des neu geschaffenen „Youth-Impact-Award“ der Jusos aus Gotha. Der 15-jährige Fabian Thiel und die ebenfalls 15-jährige Greta Methner überzeugten die Jury.

Fabian Thiel ist Schiedsrichter, Karnevalsmitglied, aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr Siebleben und engagiert sich in der Brauchtumspflege. Greta Methner hingegen ist im Marineclub Gotha aktiv. Dort gehört sie dem Jugendvorstand an und unterstützt die jüngsten Vereinsmitglieder. „Ich finde es gut, dass es diesen Preis gibt“, sagte Thiel. Und weiter: „Ich sehe so viele Jugendliche, die sich engagieren, da ist es gut, dass es dafür auch mal eine Auszeichnung gibt.“

Überhaupt sei das Motivieren junger Menschen und deren Bindung an Vereine eine enorm wichtige Aufgabe. „Das langsame Vereinssterben hält vorerst an“, bewertete Michael
Möcker von der „initiative für Siebleben e. V.“ die derzeitige Lage. Immer weniger junge Menschen zeigen Interesse an der Vereinsarbeit. Besonders in den Vorständen der Vereine sei dies deutlich zu erkennen. Chris­tiane Kullmann, selbst aktiv in 13 Vereinen und bei fünf davon im Vorstand, kenne die Problematik.

„Egal, ob jung oder alt, es ist schwer, Posten, wie den eines Vorstands, eines Schatzmeisters oder einen in der Öffentlichkeitsarbeit zu besetzen.“ Viele würden nicht über den Tellerrand hinausschauen, so das Gothaer SPD-Mitglied. Außerdem bedürfe es viel Mut, sich nicht nur ehrenamtlich zu engagieren, sondern auch zuverlässig die Außendarstellung und das Funktionieren eines Vereins sicherzustellen. „Es ist eine große Verantwortung“, resümierte Christiane Kullmann.

Abseits dieser düsteren Gedanken wurde im Tivoli der Abend genossen. Bei ausreichend Bratwurst und Brätel konnten die Ehrenamtlichen einmal ausspannen. „Wir zeigen so unsere Dankbarkeit. Es ist großartig, was die engagierten Menschen in dieser Stadt alles leisten. Wir wollen unsere Anerkennung für ihre tägliche Arbeit ausdrücken und auch diejenigen in den Mittelpunkt stellen, die oft übersehen werden“, bekräftigte Matthias Hey.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 6 (2026)

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