Dringen die Bürger durch? – Einwohnerversammlung in Sundhausen

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Knapp halb gefüllt war Anfang Juni die Einwohnerversammlung im Gothaer Ortsteil Sundhausen in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule. Im Podium saß ein großer Teil der Stadtspitze, neben Ober­bürgermeister Knut Kreuch (SPD) Bürgermeister Ulf Zillmann (CDU) und Sozial- und Finanzdezernent Peter Leisner (SPD), Amtsleiter und gegebenenfalls Stellvertreter.

von Peter Riecke

Einen großen Redeanteil hatte Knut Kreuch. Er berichtete unter anderem über die Entwicklung Gothas zum größten Getränkehersteller-Standort zwischen Ostsee und Thüringer Wald durch die Paulaner-Erweiterung, die Aufgabe, weitere Investoren für das Gewerbegebiet GothA4 zu gewinnen, die Bundeswehr-Erweiterung und die Entwicklung des Schulstandortes Gotha-Sundhausen.

Die Einwohner hatten zahlreiche Fragen und Anmerkungen in die Versammlung eingebracht, teils bereits zuvor per E-Mail gesendet, teils im Verlauf der Veranstaltung gestellt. So bemerkte Jörg Reda aus der Krusewitzstraße sinngemäß, dass er nun nicht mehr nur von der viel befahrenen Krusewitzstraße und einer Paulaner-Anlage einen Geräuschpegel um sein Haus habe, sondern nun auch noch aus dem Süden, durch das künftige Bau­geschehen auf der ehemaligen Gotano-Wiese. Auch sei eine Mail von ihm zunächst nicht beantwortet worden. Auf telefonische Nachfrage habe er dann erfahren, die Anlage werde durch eine neuere ersetzt, die leiser arbeite. Er sei nicht grund­sätzlich gegen die Investition, erwarte aber, dass der Investor sich an die Regelungen halte, war später von Jörg Reda zu erfahren.

Thema war auch der Zustand des Aquädukts, einer Überführung des Leinakanals über eine ehemalige Bahnstrecke und zugleich ein Bau­denkmal. Zwar wurde vor Jahr­zehnten eine Metallwanne einge­bracht, um das Bauwerk vor Durchfeuchtung zu schützen, doch die Wanne weist mittlerweile mindestens eine Undichtheit auf. Zwischen einem Betonring am nördlichen Ende und dem Ende der Wanne fließen beträchtliche Mengen Wasser in das Gemäuer und sammeln sich am Grund, wo seit dem Rückbau der Gleise keine Drainage mehr besteht. Allmählich steht der untere Bereich der Brückenpfeiler immer mehr im Wasser. Je nachdem, wie der Untergrund auf die Durchfeuchtung reagiert, kann dies die Standfestigkeit des Aquädukts gefährden.

Es gibt einen Rechtsstreit dazu, ob das Bauwerk der Bahn und damit dem Bund oder der Stadt Gotha gehört. Bürgermeister Ulf Zillmann (CDU) erinnerte daran, dass Anfang der 1990er Jahre noch ein Zug unter dem Aquädukt durchgefahren sei. Er schlug nun vor, einen unteren fünfstelligen Betrag aus der ohnehin vorhandenen Haushaltsstelle der Stadt für Vereinsförderung dem Verein Freundeskreis Leinakanal bereitzustellen, damit dieser eine Firma beauftragen könne, die dann minimale Reparaturen durchführt, damit das Denkmal nicht weiter geschädigt wird. Eine grundlegende Sanierung würde einen einstelligen Millionenbetrag kosten. Den wollen weder die Stadt noch die Bahn noch der Gewässerunterhaltungsverband aufbringen, solange die Eigen­tumsfrage nicht geklärt ist.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden unter anderem die Ver­schmutzung und nicht sachgerechte Befüllung an Glas- und Alt­papiercontainer-Standplätzen, Beschnitt ohne Beseitigung der Reste am Bahndamm und die Zukunft der Supermarkt-Standorte „tegut“ und „real“ besprochen. Und das Parken auf dem Gehweg…

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 6 (2026)

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