Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Gotha im Juli 2026 gestiegen. Das geht aus den Daten der Bundesagentur für Arbeit Thüringen-Mitte hervor.
4.619 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 47 Personen mehr (1 Prozent) als im Juni, aber 280 Personen bzw. 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.007 Personen (58 Personen mehr als im Vormonat, aber 128 Personen weniger als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.612 Arbeitslose registriert (11 Personen weniger als im Vormonat und 152 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 57 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 935 Personen arbeitslos. Davon kamen 384 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 879 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 329 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 228 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (11 weniger als im Vormonat, aber 4 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Verarbeitendes Gewerbe, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 1.129 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 247 (entspricht -6 Prozent) auf insgesamt 3.681.
Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 4.730 erwerbsfähige Grundsicherungsgeldberechtigte betreut, das waren 303 Personen weniger (-6 Prozent) als vor einem Jahr.
„Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt ist geprägt von verschiedenen Faktoren, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen. Einerseits ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, insbesondere durch Jugendliche nach dem Ende ihrer Schulzeit oder ihrer Ausbildung, doch andererseits zeichnet sich im Bereich Thüringen Mitte eine positive Entwicklung bei den Stellenmeldungen ab. Diese neuen Personalbedarfe ermöglichen Unternehmen gerade jetzt, junge und motivierte Mitarbeiter einzustellen. Es ist jedoch auch wichtig, die angespannte wirtschaftliche Situation in einigen Branchen zu berücksichtigen und daher unterstützen wir nicht nur arbeitslose Menschen, sondern auch bereits beschäftigte Personen bei der Weiterqualifizierung und beruflichen Umorientierung. Interessierte können sich gern bei unserer Berufsberatung im Erwerbsleben melden“, sagt Silke Wölfel, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Thüringen Mitte.
Ausbildungsmarkt
„Das Ausbildungsangebot übersteigt das vorhandene Bewerberpotential, so dass nicht alle Ausbildungsplätze in den Unternehmen besetzt werden können. Aktuell sind wir verstärkt mit den Jugendlichen im Gespräch, die bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und beraten sie zu möglichen Alternativen. Unternehmen, die bei Ausbildungsplatzzusagen noch zögern, weil eventuell die Voraussetzungen der Bewerber nicht so ganz passen, empfehle ich, sich mit ihrem Ansprechpartner im Arbeitgeberservice zu beraten. Wir können den Einstellungsprozess begleiten und beispielsweise mit Nachhilfeunterricht unterstützen“, sagt Silke Wölfel, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Thüringen Mitte.
Im Landkreis Gotha waren bis Juli insgesamt 421 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, das waren 15 Personen (4 Prozent) mehr als im Juli 2025. Darunter befanden sich 43 Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Aktuell suchen 113 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Diese Jugendlichen suchen schwerpunktmäßig noch eine Ausbildung bzw. ein duales Studium als: Kaufmann/-frau – Büromanagement, Industriekaufmann/-frau, Kfz.mechatroniker/in – PKW-Technik, Fachlagerist/in, Verkäufer/in, Bankkaufmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verwaltungsfachangestellte/r – Kommunalverwaltung.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 716 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (14 Stellen bzw. 2 Prozent mehr als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 59 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 315 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Fachkraft – Lagerlogistik, Verkäufer/in, Zerspanungsmechaniker/in und Konstruktionsmechaniker/in.
Die Berufs- und Studienberatung ist von überall telefonisch und per Videotelefonie erreichbar und bietet individuelle Beratungen an: Hotline 0800 4 5555 00.




















