Mit frischem Geld in der Kasse kann die Gemeinde Bad Tabarz endlich den zweiten Bauabschnitt der energetischen Sanierung des Sport- und Gesundheitsbades TABBS in Angriff nehmen. Einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 3,8 Millionen Euro wurde jüngst an die Gemeinde übergeben.
Dr. Tobias Knoblich, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur, und Bürgermeister David Ortmann schienen sich gut zu verstehen. Nach ausgiebigen Gesprächen und einem Rundgang durch das TABBS – sowohl durch die Schwimm- und Reha-Bereiche als auch durch den Keller – blieb kein Zweifel daran, dass die Fördermittel hier gut investiert sind.
Die Summe von fast 3,8 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln ist für die 4.000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Gotha unerlässlich. In den kommenden Jahren wird sich am TABBS einiges verändern. Teil der energetischen Sanierung sind die Erneuerung der Kreisläufe in einigen Schwimmbecken, der Pumpen- und Filtertechnik, der Lüftungsanlage sowie der Fassade im Sportbecken.
6,3 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Zu den EFRE-Mitteln kommen Anteile aus anderen Fördertöpfen sowie Gelder aus dem Investitionspaket für Kommunen des Freistaats Thüringen.
„Das ist für uns ein großer Tag“, strahlte David Ortmann bei der Übergabe des Förderschecks. Immerhin sei das TABBS im Landkreis Gotha das größte Bad in der kleinsten eigenständigen Kommune. Zudem zählt die Einrichtung in dem Kurort zu den größten Reha-Zentren im Freistaat. „Mit dem TABBS ist Bad Tabarz ein Schlüsselelement, ein wichtiges Puzzle-Teil in der Thüringer Gesundheitsversorgung“, urteilte Tobias Knoblich.
Damit der Zustrom an Gästen nicht abreißt, geht die Gemeinde einen ungewöhnlichen Weg. Für Bürgermeister David Ortmann ist es logisch, dass „wir den Großteil der Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb durchführen“ werden. Eine sanierungsbedingte Schließung von ein bis zwei Jahren könne sich der Kurort nicht leisten. Am Ende sei das Bad dann zehn Jahre oder länger geschlossen, merkte Ortmann sorgenvoll an. Bereits beim ersten Abschnitt der energetischen Sanierung wurde auf diese Weise gearbeitet.
Das Ziel der Baumaßnahmen ist klar: Auch in Zukunft soll das TABBS die Anlaufstelle für Gesundheit und den Gesundheitstourismus im Freistaat Thüringen sein. Der gute Name, den sich das Sport- und Gesundheitsbad seit 2017 erwarb, soll weiter Bestand haben. „Rund 1000 Besucher kommen täglich hierher. Unser Portfolio reicht von Physio- über Ergotherapie bis hin zum Freizeitschwimmen“, so Bürgermeister Ortmann. Die Gemeinde sei auf das Bad und einen gewissen Standard der Einrichtung auf fundamentaler Weise angewiesen.
Einen lohnenden „Nebeneffekt“ hat die energetische Sanierung sowieso: Denn im Rahmen der Maßnahmen werden ein Energiespeicher am Bad errichtet und eine Photovoltaik-Anlage installiert. Damit sollen nach Schätzungen der Gemeinde rund 250.000 Euro pro Jahr an Energiekosten eingespart werden.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 7 (2026)





















