Zeit für eine Auszeichnung, mit der das Engagement der Thüringer Museen geehrt werden soll. Die Bernhard-von-Lindenau-Medaille geht an fünf hervorragende Thüringer Museumsexperten.
Bettina Bärnighausen, stellvertretende Leiterin des Schlossmuseums Sondershausen
Die „leidenschaftliche Museologin“ Bettina Bärnighausen, so die Leiterin des Schlossmuseums Sondershausen, Christa Hirschler, erhält die Auszeichnung für ihr Engagement, das weit über das normale Maß hinausgeht. Als Sammlungsleiterin leistet sie eine hervorragende Arbeit. Sie trägt ent-scheidend zur Profilierung des Schlossmuseums bei.
Die Neupräsentation der Goldenen Kutsche und deren wissenschaftliche Bearbeitung ist ihr zu verdanken. Sie hat die wissenschaftliche Auseinander-setzung mit den Abtsbessinger Fayencen begründet und gilt als gefragte Expertin auf diesem Gebiet. Bettina Bärnighausen forscht zur jüdischen Geschichte Sondershausens und gibt wichtige Anstöße zur Provenienzforschung des Hauses. Christia Hirschler über ihre Stellvertreterin: „Sie ist eine würdige Trägerin der Auszeichnung!“
Matthias Merker, Leiter des Druckgrafischen Museums Pavillon-Presse Weimar
Das 20 Jahre alte Museum ist mit dem Namen Matthias Merker untrennbar verbunden. Sein stadt-historisches Interesse ließ ihn mit Gleichgesinnten 1990 den Förderkreis Pavillon in Weimar gründen. In der Stadt der Dichter und Denker sollte durch ein technisches Museum an die große Drucker-Tradition erinnert werden.
So entstand 1992 ein Museum mit Schauwerkstatt druckgrafischer Techniken. Dazu gehören ein betriebsfähiger Maschinenpark, eine umfangreiche Spezialbibliothek und eine wachsende Druckgrafik-Sammlung. Matthias Merker erarbeitet jährlich bis zu vier Sonder-ausstellungen, veranstaltet Workshops mit Jugendlichen und Künstlern. Bisheriger Ausstellungs-höhepunkt war 2010 das Projekt „100 Jahre Kiepenheuer-Verlage“. Matthias Merker ist ein Unikat und ein Mensch mit Passion, perfekt passend zum Druckgrafischen Museum.
Veronika Merten, Leiterin des Eichsfelder Heimatmuseums Heilbad Heiligenstadt
Mit Fachkompetenz, durch Beharrlichkeit und mit der ihr eigenen Kraft der leisen Töne hat Veronika Merten in fast drei Jahrzehnten viele positive Veränderungen für das Eichsfelder Heimatmuseum erreichen können. Die gerade abgeschlossene Sanierung des Hauses gehört dazu. Als Querein-steigerin 1985 ins Museum gekommen, leistet sie eine beharrliche Arbeit und machte das Haus, trotz mancher Widrigkeiten, über die Region hinaus bekannt.
Sie betreut seit mehr als 20 Jahren die wissenschaftlich ausgerichtete Eichsfeldbibliothek, kooperiert eng mit Geschichts- und Heimat-kundevereinen der Region. In einem kleinen Museum und unter erschwerten Bedingungen sorgt Veronika Merten dafür, dass die Kernaufgaben von Museumsarbeit – das Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln – mit Leben erfüllt werden.
Lutz von Nordheim, Mitarbeiter im Museum in der Beschussanstalt in Zella-Mehlis
Das Museum in der Beschussanstalt ist ganz wesentlich mit dem großen Engagement von Lutz von Nordheim verbunden. In dem historischen Gebäude entstand ein 2002 eröffnetes, neues Museum, das Zeugnisse der Zella-Mehliser Waffenherstellung mit der Darstellung der Stadtgeschichte auf hohem Niveau miteinander verbindet. Die Museumskonzeption erarbeitete maßgeblich Lutz von Nordheim. Er bezog dabei viele ehrenamtliche Museumsfreunde ein. Lutz von Nordheim entwickelte eine Dauerausstellung von nationalem Rang. So entstand ein Museum von hoher Qualität und An-ziehungskraft für Besucher und für Fachleute. Das Museum in der Beschussanstalt erhielt im Jahr 2008 als eines der ersten vier Museen in Thüringen das Museumssiegel des Verbandes. Das ist in hohem Maße ein Verdienst von Lutz von Nordheim.
Dr. Gerhard Werner, ehemaliger Direktor des Stadtmuseums Saalfeld im Franziskanerkloster
Der langjährige Direktor stellte das Saalfelder Stadtmuseum in den 1960er Jahren auf eine wissen-schaftliche Grundlage. Dazu gehörten völlig überarbeitete Dauerausstellungen zur mittelalterlichen und neuen Geschichte Saalfelds. Die Darstellung der Stadt als Mittelpunkt Thüringer Bildschnitzkunst der Spätgotik ist sein Verdienst. Zielstrebig, hartnäckig und mit taktischem Geschick konnte er die Sammlungen des Hauses erweitern und das Museumsprofil schärfen. Mit zahlreichen Ausstellungen hat Gerhard Werner den kulturgeschichtlichen Reichtum des Saalfelder Stadtmuseums einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Generalsanierung des Museums in den 1990er Jahren nutzte er für die notwendige Neukonzeption des Museums. Gerhard Werner veröffentlichte mehr als 300 wissenschaftliche Beiträge, darunter die vierbändige Geschichte der Stadt Saalfeld. Der Museums-verband ehrt einen hoch anerkannten Museumsfachmann und Wissenschaftler für seine Lebens-leistung.






















