Die Bahnstrecke „Gotha-Gräfenroda“ (Ohratalbahn) wurde im Dezember 2011 stillgelegt. Seitdem steht zwischen den Landkreisen Gotha und Ilm-Kreis kein Zug mehr als kostengünstiges und umweltverträgliches Fortbewegungsmittel zur Verfügung.
Der bereits im Juni 2011 gefasste Beschluss des Kreistages Gotha, die stillgelegte Ohratalbahn durch ein Alternativkonzept aufzuwerten und ggf. eine Reaktivierung zu unterstützen, ist auch nach fast einem Jahr weit davon entfernt realisiert zu werden. In der Sitzung des Gothaer Kreistages am 17. September 2012 wurde der Kreistag über den aktuellen Stand zur Bahnstrecke Gotha-Gräfenroda (Ohratalbahn) und einem Alternativkonzept informiert.
Viele drängende Fragen sind dennoch offen geblieben. Diese sollen nun in der Kreistagssitzung am 14. November geklärt werden, fordert Steffen Fuchs, Kreistagsmitglied Bündnis 90/Die Grünen Gotha in einer Anfrage an den Landrat.
So ist nicht bekannt, welches Unternehmen für die weitere Betreibung der Bahnstrecke Gotha-Gräfenroda Interesse an einem Pachtvertrag mit der DB-AG bekundet hat und welche Nutzung dabei vorgesehen ist. Von Bedeutung ist weiterhin, wann mit dem Ergebnis der angestrebten Studienarbeit der Gothaer Fachschule für Bau und Verkehr hinsichtlich des dringend benötigten Alternativkonzeptes für den öffentlichen Personennahverkehr im Südkreis zu rechnen ist. Dieses wird aber dringend benötigt, damit der Südkreis und seine Anwohner – wortwörtlich- nicht auf der Strecke bleiben.
Auch mit Blick auf die Bahnnebenstrecke Fröttstädt-Friedrichroda sollte der Landkreis nicht warten, bis das Land Thüringen vollendete Tatsachen schafft. Steffen Fuchs, Grünes Kreistagsmitglied und stellv. Fraktionsvorsitzender von SPD und Bündnisgrünen, fordert detaillierte Informationen zu den aktuellen Nutzerzahlen und der tatsächlichen Streckenauslastung: “Die Strecke scheint gut ausgelastet zu sein, aber in der letzten Zeit habe ich als regelmäßiger Nutzer keine Zählung wahrgenommen.
Ernst zu nehmen ist auch die immer wieder geäußerte die Befürchtung, dass die Strecke bereits heute auf der Streichliste stünde und bei Untätigkeit der Thüringer Landesregierung und des Landkreises Gotha ab 2016 das gleiche Schicksal droht wie der Ohratalbahn im Jahr 2011. Wirkliche Klarheit schaffen hier nur harte Fakten zur Streckenauslastung. Daran sollten alle, die für den Erhalt der Strecke stehen, ein Interesse haben”.
Weiterhin wird der Landrat in der Anfrage um Informationen darüber gebten, welche Anschlüsse an die Fernverbindungen (u. a. in Gotha, Erfurt und Eisenach) an den Zubringerstellen im Landkreis Gotha in Zukunft noch gewährleistet werden. Auch hier gilt es eine weitreichende Informationslücke zu schließen. Sowohl Landkreis als auch Kommunen müssen zu ihren Beschlüssen stehen und sich ernsthaft für Konzepte umweltfreundlicher Mobilität engagieren.
Anfrage an den Landrat zur Kreistagssitzung am 14. November 2012
Bahnlinie Gotha-Gräfenroda – Alternativkonzept für den südlichen Teil des
Landkreises Gotha
In der Sitzung des Gothaer Kreistages am 17. September 2012 hat der 2. Kreisbeigeordnete über den aktuellen Sachstand zur Bahnstrecke „Gotha-Gräfenroda“ (Ohratalbahn) informiert.
Aus dieser Mitteilung ergeben sich einige Nachfragen.
Ich frage daher den Landrat:
1. Welches Unternehmen hat für die weitere Betreibung der Bahnstrecke Gotha-Gräfenroda Interesse an einem Pachtvertrag mit der DB-AG bekundet und welche Nutzung ist dabei vorgesehen?
2. Wann ist mit einem Ergebnis der Studienarbeit der Gothaer Fachschule für Bau und Verkehr hinsichtlich des Alternativkonzeptes für den öffentlichen Personennahverkehr im Südkreis zu rechnen?
3. Welche Informationen liegen dem Landkreis zur Zählung der Fahrgastzahlen (bspw. Tag der Zählung, Anzahl der durchgeführten Zählungen, Intervall der Zählungen, Anzahl der gezählten Fahrgäste) durch die NVS auf der Bahnstrecke Fröttstädt-Friedrichroda (Friedrichrodaer Bahn) vor?
Für den Fall, dass dem Landkreis keine Informationen dazu vorliegen, wie kann sich der Landkreis aktiv in diesen Prozess, der u. a. maßgeblich zum Erhalt bzw. der weiteren Betreibung der Strecke beiträgt, einbringen?
4. Liegen dem Landkreis Informationen zur künftigen Gewährleistung von Anschlüssen an die Fernverbindungen (u. a. in Gotha, Erfurt und Eisenach) an den Zubringerstellen im Landkreis Gotha vor?
Steffen Fuchs





















