Sprachen sind unser Steckenpferd …

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„Bei uns ist jeder willkommen, egal aus welchem Land er stammt“, sagt Dagmar Guthmann, die Leiterin des Kindergartens „Regenbogen“ in der Fregestraße. Und das meint sie genau so, wie sie’s sagt. Schließlich besuchen Kinder aus 13 verschiedenen Herkunftsländern die Kindertagesstätte in Lobeda-West. Sprachen werden dort groß geschrieben.

Das hat sich herumgesprochen. So wundert es nicht, dass Dagmar Guthmann am Freitag, 7. Dezember, mit dem Salzmann-Preis des Landes Thüringen geehrt wird. „Das ist nicht nur eine große Ehre, wichtig ist mir auch, dass der Preis nach einem Pädagogen benannt ist, der ähnliche Vorstellungen von Erziehung hatte. Salzmann legte Wert auf moralische Erziehung und aufs Lernen moderner Sprachen“, so Dagmar Guthmann.

Sie ist seit 1974 Kindergärtnerin, ihr Traumberuf, wie die 56-Jährige versichert. Seit 20 Jahren leitet sie den „Regenbogen“. „Wir haben uns sehr schnell nach der Wende an Projekten beteiligt, um die pädagogische Arbeit kontinuierlich  weiterzuentwickeln. Das Thema Sprachen habe sich dabei angeboten, denn 30 der insgesamt 155 Kinder  haben einen so genannten  Migrationshintergrund. Inzwischen gibt es eine bilinguale Gruppe Deutsch-Russisch, naheliegend, haben doch drei Kolleginnen  selbst Russisch als Muttersprache. „Das wird sehr gut angenommen, auch viele deutsche Eltern möchten ihr Kinder in diese Gruppe geben“, sagt Dagmar Guthmann.

Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren lernen dort parallel Russisch und Deutsch, alles sehr spielerisch mit viel Singen und Tanzen. „Die Kinder sollen am Ende nicht perfekt Russisch können, sondern einfach mit anderen Sprachen bekannt gemacht werden.“ Inzwischen habe diese bilinguale Gruppe auch einen Briefkontakt zu einem russischen Kindergarten aufgenommen, die Kinder malen Bilder, die sie dann in den russischen Kindergarten schicken.
Viele Projekte gab und gibt es im „Regenbogen“. Nicht ohne Stolz erzählt Dagmar Guthmann, dass sich die Tagesstätte auch „Haus der kleiner Forscher“ nennen darf. Den Titel bekam sie wegen der vielen naturwissenschaftlichen Experimente, die die Kinder gemeinsam mit Erziehern und Eltern erkundet haben. „Den Titel haben wir für zwei Jahre und wir werden ihn auch verteidigen.“

Beteiligt ist die Tagesstätte ebenfalls am Modellprojekt „Frühe Chance“, bei dem es um Sprachförderung für Kinder von klein auf geht.  „Uns ist es wichtig, dass die Kinder mit Hilfe ihrer Eltern ihre Muttersprache gut sprechen, dann fällt ihnen auch das Sprechen in Deutsch leicht“, so die erfahrene Erzieherin. Derzeit gibt es  das Projekt „Leuchtpol“, in dem sich die Kinder mit Umweltthemen beschäftigen, speziell dem Sparen von Energie. Hauptaugenmerk aber bleibt  auf den Sprachen. „Das ist so etwas wie unser Steckenpferd, das werden wir weiterführen.“

Foto: Dagmar Guthmann, die den beiden Mädchen Johanna und Emily aus einem Buch vorliest. Foto: Glaser