In der Diskussion um den Erhalt des Gothaer Flugplatzes sind bereits aus unterschiedlichen Blickwinkeln Argumente für das Weiterbestehen des Sonderlandeplatzes Gotha-Ost zusammengetragen worden. Nicht nur, dass nach einer sehr langen Tradition des Flugzeugbaus und der besonderen Leistung Gothaer Konstrukteure und Piloten die Stadt den Beinamen „Fliegerstadt“ trägt, sondern dass auch in Zukunft eine vielfältige Verkehrsanbindung wirtschaftliche Vorteile für die Region bedeuten kann, sind Gründe dafür, den Flugplatz in seiner jetzigen Art zu erhalten.
Die Mitglieder des Flugsportvereins Gotha e.V. übernahmen 1990 den Platz, setzten diesen in vielen Stunden ihrer Freizeit instand und betrieben ihn nach den dafür notwendigen Bestimmungen. Mit der Genehmigung als Sonderlandeplatz können neben den Segelflugzeugen auch Motorflugzeuge das Gelände als Start- und Landebahn nutzen. Diese Möglichkeit ist in der Gothaer Region an keiner anderen Stelle gegeben.
Im Jahr 1992 gründete sich ein weiterer Flugsportverein, der Aero-Club Gotha e.V. Beide Vereine widmen sich seit ihrer Gründung der Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen im Flugsport. Durch ihre Tätigkeit bereichern sie die Palette der Sportvereine in der Stadt Gotha.
In der Vergangenheit hatten Schüler mehrmals die Möglichkeit, nach einer ausführlichen Unterweisung in die physikalischen Grundlagen des Fliegens, dies auch praktisch zu erleben. Auf dem Flugplatz wurden Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis am Flugzeug durchgeführt. Physikalische Erkenntnisse außerhalb des gewöhnlichen Klassenzimmers zu erlangen, motivierte die Schüler dabei auf eine besondere Art. Der Höhepunkt des Lernens am anderen Ort war natürlich das Fliegen in einem Segelflugzeug. Mehrere Mitglieder des Flugsportvereins standen dazu an einem ganzen Tag zur Verfügung, um mit den Schülern zu fliegen bzw. den Flugbetrieb abzusichern. Jeder Teilnehmer konnte durch seinen ersten Flug in einem Segelflugzeug eigene Erfahrungen sammeln und seine Heimatstadt aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Für diese außergewöhnlichen Tage möchten wir uns an dieser Stelle auch noch einmal öffentlich bedanken. Alle Schülerkurse und die Mitglieder des Flugsportvereins verbrachten dabei interessante und lehrreiche Stunden während ihrer Freizeit.
Auch in Zukunft können die Schulen auf die Unterstützung beider Flugsportvereine zählen, wenn es darum geht, im neuen Wahlpflichtfach „Naturwissenschaft und Technik“ den Themenbereich zum „Fliegen“ mit Schülern der 9. bzw.10. Klassen zu behandeln. Für Teile des Unterrichtes sowie die praktischen Vorführungen und Übungen sind bereits Absprachen getroffen worden. „Fliegen“ ohne Flugzeug und Flugplatz ist jedoch schlecht vorstellbar.
Ich möchte an die verantwortlichen Entscheidungsträger appellieren, Vorhandenes zu erhalten und nach neuen Lösungen für anstehende Probleme zu suchen.
Ein Flug über Gotha mit den Flugsportlern vor Ort kann dabei zu einer anderen Sichtweise führen und neue Wege erschließen.
Andreas Wolf, Goldbach
Foto: Segelflugtag auf dem Gothaer Flugplatz





















