Klugscheißereien: Stoffdreiecke, Bikini-Atoll und das Bond-Girl #1

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Römisches "Bikini Girl". Foto: Andreas Wahra/Wikimedia

von Rainer Aschenbrenner

Kommende Woche soll’s heiß werden – richtig heiß. Über 30 °C; auch in gothschen Landen. Glücklich ist, wer dann nicht rabotten muss, sondern sich ins Freibad verziehen kann.

Apropos heiß: Wussten Sie, dass der Bikini am 5. Juli seinen 76. Geburtstag gefeiert hat?

…was eigentlich nicht stimmt, denn Mosaike aus dem alten Rom zeigten schon solch, mit Stoff sparsam umgehende Kleidungsstück – siehe das Beitragsbild.

Diese vier, zuweilen auch nur noch drei teuersten Stoffdreiecke der Welt erlebten aber erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ihre Renaissance.

Und wer hat’s (wieder) erfunden? …nicht die Schweizer!

Eigentlich kamen die Franzosen Jacques Heim und Bart Louis 1946 fast zeitgleich mit derartigen Kreationen heraus.

Berühmt und reich wurde aber ein anderer Landsmann von ihnen: Am 5. Juli 1946 schickte Louis Récard – ein Maschinenbau-Ingenieur! – Micheline Bernardini über den Laufsteg im Pariser Schwimmbad Molitor; angetan mit solch einem Zweiteiler. Der war so sehr aufs Wesentliche reduziert, dass sich alle Pariser Mannequins weigerten, damit auf den Catwalk zu gehen. Récard heuerte daraufhin die Nachtclubtänzerin Micheline Bernardini an…

Makaber, aber wahr: seinen Namen hat der Bikini vom gleichnamigen pazifischen Atoll. Vier Tage nach dem ersten Atomtest der Amis dort fand nämlich die Präsentation des „Fast-Nichts“ statt.

Was noch eine Geschichte nach sich zieht. Sie dreht sich um Ursula Andress, die im ersten „James Bond“-Film namens „James Bond jagt Dr. No“ mitspielte. „Honey Rider“, wie Andress’ sinnfreier Filmname 1962 lautete, begegnet Held Sean Connery erstmals, als sie aus den karibischen Fluten auftaucht, bekleidet mit einem creme-farbenen Bikini, das Tauchermesser an der linken Hüfte. Ihrer ansichtig geworden, macht der einzig wahre „007“, ganz Gentleman, ihr ein Kompliment: „Was für ein bezauberndes Fast-Nichts, was Sie da beinahe anhaben…“

Die Andress brillierte damals mit einer athletischen, körperbetonten Darstellung und hat in den 1960er Jahren stilbildend für selbstbewusste, schöne Frauenrollen gewirkt. Weil sie allerdings oft in knappen Kostümen spielte, bekam sie von nörgligen männlichen (!) Filmkritikern den etwas uncharmanten Namen „Ursula Undressed“ verpasst.

Dank ihr aber war der Siegeszug des Bikinis weltweit nicht mehr aufzuhalten. Und so haben die Eidgenossen zwar nicht das provokativste Kleidungsstück der Welt erfunden, aber eine der ihren machte ihn zum Kult. Ursula Andress wurde nämlich im schweizerischen Ostermundigen geboren.

Am 19. März wurde die Diva übrigens 86!

Fliesenstudio Arnold

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