Kein Selbstläufer im Ost-Derby

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Nicht wie erhofft ging am Freitag Abend das Spiel der Zweitliga-Basketballer von Science City Jena bei den Crailsheim Merlins aus. 79:90 unterlagen die Jenaer, die damit wieder aus den Play-Off-Plätzen flogen. Viel Zeit, darüber nachzudenken, haben die Jenaer nicht. Heute steht das nächste Spiel auf dem Programm. Dann kommen die UniRiesen Leipzig nach Jena.

Im zweiten Teil eines durchaus sportlichen Doppelspiel-Wochenendes wartet bereits am Sonntag ab 17.00 Uhr in Lobeda-West das Duell gegen die Leipziger Uni-Riesen. Jenas Jungs empfangen mit dem Tabellenletzten aus der Messestadt einen sportlich fast schon abgestiegenen Kontrahenten der aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch rechnerische Chancen auf den Klassenerhalt haben dürfte, gerade aus diesem Grund jedoch keinesfalls zu unterschätzen ist.

Zu locker, zu erfolgreich liefen die letzten Wochen für die Sachsen, die gleich drei Mal hintereinander gewinnen konnten. Wie ein angeschlagener Boxer kurz vor dem erlösenden Gong in der zehnten Runde durch den Ring taumelnd, versetzte die Uni-Riesen erst Paderborn in der heimischen Arena Leipzig den Knockout, um schließlich am vergangenen Samstag in Cuxhaven mit der nächsten harten Geraden nach Verlängerung eindrucksvoll nachzulegen.

„Wir brauchen vor keinem Gegner in der Liga Angst zu haben“, sagt Jenas Flügel Kevin Wysocki vor dem Schlagabtausch mit den Uni-Riesen selbstbewusst. „Die Partie gegen Leipzig wird genauso schwer wie das Spiel gegen Vechta, vielleicht sogar noch schwerer da intensiver, weil es für die Gäste in der ProA um ihr sportliches Überleben geht. Unabhängig von der Ausgangslage gegen die Sachsen zählt aber auch für uns jedes Spiel, jeder Sieg doppelt, damit wir am Ende in die Playoffs kommen. Wir als Spieler sollten auch gar nicht anfangen großartig in der Tabelle herumzurechnen. Unser Job ist es, den Ball in den Korb zu hauen, egal gegen wen. Punkt“, sagt Wysocki.

Während Jenas Zielstellung gegen das Tabellenschlusslicht nur Heimsieg lauten kann, ist sich Chef-Trainer Georg Eichler ziemlich sicher, dass die Gäste trotz des enormen Drucks nicht verlieren zu dürfen frei aufspielen werden. „Ich gehe davon aus, dass Leipzig auch wenn noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt besteht sportlich bereits abgestiegen ist. Das macht die Mannschaft und die Spieler der Uni-Riesen allerdings umso unberechenbarer. Das Handgelenk wird lockerer, weil der Kopf frei ist, keiner mehr großartig nachdenken muss bevor er im Wurf abdrückt“, so Eichler, der seine Jungs nach dem schweren Gang bei den Crailsheim Merlins mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal eindringlich warnen wird.