Die in Jena geborene Künstlerin, Undine Bandelin, stellt in der Villa Rosenthal vom 1. August bis 8. September 2013 mit dem Titel „Ich war mir sicher, es handle sich um eine Verwechslung“ einige Werke aus.
Bei ihrer Grafikserie, die ebenso in der Ausstellung gezeigt wird, druckt die Künstlerin im Siebdruckverfahren Motive aufs Papier, die sie anschließend übermalt und verfremdet und so in immer wieder neue Kontexte stellt. So kann ein Geschehen durch eine kleine Änderung der Details eine völlig neue Entwicklung bekommen. Eine scheinbar normale Situation kann ins Absurde kippen. Eine kleine Änderung des Blickwinkels bestimmt einen völlig neuen Lauf der Dinge, nur ein kleiner Auslöser – und die ganze Situation kann in ihr Gegenteil verkehrt werden.
Undine Bandelins Bilder führen uns in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Traum aufgehoben sind. In eine Welt, in der man als Betrachter sich zugleich in Mensch und Tier wiedererkennt und doch von preisgegebenen Eigenheiten und Wesensarten Abstand nehmen möchte. Der Mensch wird zum Ich, zum nahen Verwandten, zum Tier, zur Fabel, zur Erscheinung, zum unbekannten Absurdum.
Undine Bandelin bannt das Geschehen auf meist großformatige Leinwände. Zu sehen sind in der Ausstellung die Bilder „Gedächtnisbrücke“, „Ins Gehege“ und „zeitweise“. Aus der Dynamik und Bewegung verdichten sich Zustände, Energien zu absurden Szenarien. Zwischen kraftvollen Farbaufträgen und sensiblen zeichnerischen Details entwickeln sich die Charaktere auf den Formaten. Die Dramatik der Bilder entsteht dabei nicht in der Handlung, sondern in dem Zwischenspiel der Figuren, der Psychologie, die jeder für sich selbst entdecken kann.
Undine Bandelins Bilder lassen keine greifbare Deutung zu. Wird das nun die Normalität des Grotesken oder umgekehrt die groteske Transformation des Normalen? Und was genau passiert? Wer ist noch Herr der Lage? Die Rollen sind entworfen, zugewiesen und wieder vertauscht – so kann man sicher sein, es handle sich um eine Verwechslung.
Zur Künstlerin
Undine Bandelin ist 1980 in Jena geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Keramikerin studierte sie in Weimar Freie Kunst an der Bauhaus-Universität. Sie schloss direkt danach ein Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein in Halle bei Prof. Pleuger an, bei der sie seit 2011auch Meisterschülerin der Malerei ist. Weiterhin arbeitet sie seit 2012 freischaffend in Leipzig. Sie war Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt (2012) und des Künstlerhaus Meinersen (2013).
Ausgestellt hat Undine Bandelin bereits in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und Halle.
Vom 1. August bis zum 8. September kann die Ausstellung Undine Bandelins wochentags von 13 bis 17 Uhr in der Villa Rosenthal besichtigt werden.
Die Vernissage findet am 1. August um 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei!






















