Zukunft für Großteil der Bosch-Beschäftigten in Arnstadt scheint gesichert

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Die Zukunft von gut zwei Dritteln der Beschäftigten von Bosch Solar Energy in Arnstadt scheint gesichert. Allein 800 der derzeit rund 1500 Mitarbeiter soll von der SolarWorld AG übernommen werden, die die Fertigung von Zellen und Modulen in Arnstadt weiterführen will. Ein am Dienstag in Arnstadt unterzeichneter Vertrag steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Ein weiterer Investor plant, Produktionsflächen zu mieten, um unter Reinraumbedingungen pharmazeutische Produkte herzustellen und damit rund 100 Arbeitsplätze zu schaffen. Eine Absichtserklärung wurde bereits unterzeichnet, wie der Bosch-Konzern am Dienstag mitteilte. Zudem plane Bosch, die Produktion eines Automobilelektronikproduktes vom ungarischen Bosch-Standort Hatvan nach Arnstadt zu verlagern sowie eine Serviceorganisation und eine Handelsgesellschaft zur Abwicklung noch bestehender Verpflichtungen zu gründen. Damit können mittelfristig weitere rund 250 Arbeitsplätze erhalten werden. „Somit können wir voraussichtlich in Summe für rund 1 100 von derzeit 1 500 Mitarbeitern in Arnstadt Beschäftigung anbieten, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Volkmar Denner. Bosch hatte im März 2013 bekannt gegeben, die Aktivitäten des Geschäftsfeldes kristalline Photovoltaik zu beenden.

Lieberknecht begrüßt Ankündigung

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begrüßte die Ankündigungen. „Heute ist ein bedeutender Tag für den Standort Arnstadt“, sagte sie. Der Umstrukturierungsprozess ist sei noch nicht abgeschlossen, aber „wir sind einen wichtigen Schritt vorangekommen“, fügte sie hinzu. „Wir wollen, dass das, was verhandelt wurde, gelingt – unter Einhaltung aller geltenden und vereinbarten sozialen, tariflichen und betrieblichen Standards. Wir werden das weiter intensiv begleiten, wir bleiben weiter am Ball“, sagte die Regierungschefin.

Weitere Verhandlungen nötig

Bosch und die Investoren müssen in den kommenden Wochen noch umfangreiche Vorarbeiten abschließen. Dies umfasse auch die notwendigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Diese sollen zeitnah aufgenommen werden.

„Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagte Denner. Um diese Lösung umzusetzen, müssten jedoch noch verschiedene Rahmenbedingungen erfüllt werden. Dazu gehörten unter anderem die finale Vertragsunterzeichnung mit dem Investor aus der Pharmabranche sowie die erfolgreichen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern.

Das Foto zeigte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bei der Eröffnung des Werkes in Arnstadta im Juli 2011. (Foto: Uwe Frost)