217 Jugendliche suchen in Gotha noch eine Berufsausbildung

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„Alle Unternehmen, die sich noch nicht für einen Auszubildenden entschieden haben, sollten jetzt zum Endspurt ansetzen. Aktuell suchen nur noch 217 Jugendliche im Agenturbezirk Gotha eine Lehrstelle. Demgegenüber stehen jedoch noch 366 offene Lehrstellen. Die Unternehmen sind gut beraten, Kompromisse bei der Auswahl einzugehen und sich jetzt zu entscheiden“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha, mit Blick auf die aktuelle Situation am Lehrstellenmarkt. 

Leistungsschwächere Auszubildende kann die Agentur für Arbeit Gotha mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) unterstützen. Durch diese kann ein gezielter Nachhilfeunterricht bei einem Bildungsträger finanziert werden. „Unser Ziel ist es, dass jeder Auszubildende die Lehre erfolgreich abschließt. Bei Problemen in der theoretischen Ausbildung können wir den Nachhilfeunterricht finanzieren. Dies ist immer möglich, wenn Probleme auftreten und kann ab dem ersten Tag der Ausbildung in Anspruch genommen werden“, erläuterte Ina Benad.

 

85 Prozent der Bewerber starten ins Berufsleben

1.266 Jugendliche wissen bereits, wie ihre nahe berufliche Zukunft aussieht. Der überwiegende Anteil wird eine betriebliche Ausbildung beginnen. Einige werden weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium aufnehmen bzw. ein freiwilliges Jahr absolvieren.

 

Mehr Jugendliche als Lehrstellen

Im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis lag die Zahl der Bewerber seit Beginn des Beratungsjahres über den angebotenen Ausbildungsplätzen. Dennoch kann jedem Bewerber rein rechnerisch ein betrieblicher Ausbildungsplatz angeboten werden, da aktuell noch mehr Ausbildungsplätze als Bewerber verfügbar sind.

 

Zahl der Ausbildungssuchende steigt

Mit 1.483 Bewerbern für Berufsausbildungsstellen sind im Beratungsjahr 2013/14 mehr Bewerber gemeldet als in den Vorjahren. Das ist ein Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei sank der prozentuale Anteil der Bewerber, die in den Vorjahren die Schule beendeten, auf 41 Prozent.

 

Haupt- und Realschule überwiegen

Das größte Potential für die betriebliche Ausbildung bilden Jugendliche mit einem Haupt- oder Realschulabschluss. So bewarben sich in diesem Jahr 812 Jugendliche mit einem Realschulabschluss, 360 mit einem Hauptschulabschluss und 251 mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife. Nur 22 Jugendliche besitzen keinen Schulabschluss.

 

In Zeiten des Fachkräftebedarfes auf Ausbildung setzen

Der Bedarf an Nachwuchskräften spiegelt sich auf dem Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Gotha wieder. So meldeten die Unternehmen etwa gleich viele Ausbildungsstellen wie im Vorjahr. „Die betriebliche Ausbildung bildet für viele Unternehmen das Rückgrat bei der Gewinnung von Fachkräften. Dies ist der richtige Weg, um jungen Menschen der Region eine berufliche Perspektive zu eröffnen und den Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken. Ich kann die Firmen nur darin bestärken, alle Anstrengungen zu unternehmen und selbst auszubilden“, so Ina Benad.

Von Oktober 2013 bis Juli 2014 meldeten die Unternehmen 1.261 betriebliche Ausbildungsstellen (1.282 im Vorjahreszeitraum). Der größte Anteil kam aus dem Bereich Produktion und Fertigung (516), gefolgt von kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (278 Stellen), dem Bereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (141 Stellen), dem Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (135 Stellen) und dem Baugewerbe (128 Stellen).

 

Ausbildungsmarkt in Zahlen

Regionale Betrachtung

Bis August 2014 haben sich im Landkreis Gotha 827 Bewerber gemeldet, 86 mehr als im Vorjahr. Demgegenüber stehen 733 betriebliche Ausbildungsstellen.

Derzeitig sind noch 202 Ausbildungsstellen offen, 106 Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz. Damit gibt es im Landkreis Gotha aktuell mehr offene Ausbildungsstellen als unversorgte Jugendliche.

111 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einer Lehrstelle, während noch 164 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Für jeden noch unversorgten Bewerber steht damit rein rechnerisch eine offene Lehrstelle zur Verfügung.

 

Vergleich Stellen/Bewerber

Die Berufswünsche stimmen weitgehend mit den angebotenen Ausbildungsplätzen überein.

Mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber gibt es derzeitig in den Fertigungsberufen, im Bereich Lager/ Logistik und im Baubereich. Hier stehen die Chancen gut, eine freie Stelle zu finden.

Dagegen wird es schwerer, einen Ausbildungsplatz in den Büroberufen und im Bereich Gesundheit/Erziehung zu finden. Hier gibt es mehr Bewerber als freie Stellen