Wenn Science City Jena am Sonntag ab 17.00 Uhr in der Halle des Olympiastützpunkt Rhein-Neckar auf den Kontrahenten der MLP Academics Heidelberg trifft, kommt es schon Wochen vor der eigentlichen Playoff-Runde zu einem richtungsweisenden Duell mit der Garantie zum Nägelkauen. Bei einem Sieg wäre der Altmeister aus Heidelberg vom Tisch der Meisterschaftsrunde wohl kaum mehr zu verdrängen, würden sich erstmalig für die Playoffs qualifizieren. Mit einem Erfolg der Jenaer könnte sich das Tabellenbild auf Diamanten-Dichte zusammenpressen und den Zweitliga-Saisonendspurt mit einer zusätzlichen Prise „Hitchcock“ würzen.
Vorab ist der Ausgang dieses Spiels aufgrund zahlreicher Parallelen und Wackler im Saisonverlauf ebenso offen wie schwierig zu prognostizieren. Auf der einen Seite warten die Baden-Württemberger, aktuell mit 26 Punkten auf dem 5.Platz der 2.Basketball-Bundesliga liegend, jedoch in den letzten beiden Spielen das Parkett als Verlierer verlassend. Auf der in der OSP-Halle links stehenden Gästebank wird Jenas nach zwei Siegen zuletzt im Aufwind befindlicher Basketball-Express Platz nehmen, der mit 22 Punkten den 8.Platz der ProA-Tabelle ziert.
„Heidelberg ist ein nicht einfach zu spielender Gegner“, sagt Jenas Coach Björn Harmsen vor der Partie. „Wir haben in der Vorrunde ein sehr umkämpftes Duell in der Verlängerung verloren, dabei offensiv in der entscheidenden Phase einiges liegengelassen. Die Mannschaft von Frenkie hat sich bereits im Hinspiel sehr gut verkauft, konnte mit Ahmad Smith vor wenigen Wochen noch einmal viel Qualität nachverpflichten und hat durch diese Personalie auf die Verletzung von Marco Grimaldi entsprechend reagiert. Unabhängig von den Heidelberger Situation befinden wir uns jedoch gerade in einem sehr guten Rhythmus, einer Form die es auch am kommenden Wochenende zu bestätigen gilt. Insofern werden wir in erster Linie auf uns schauen und auf Sieg spielen“, sagt Jenas Coach. Während sich Jenas Center Kendall Chones nach dem Ausfall am letzten Spieltag zu Beginn dieser Woche im Training zurückmelden konnte, am Neckar auflaufen wird, laboriert Jordan Henriquez weiterhin an seiner Knöchelverletzung und wird wohl erneut nur zuschauen können.
Mit Blick auf die zurückliegenden Wochen schlägt das Pendel der Sonne momentan deutlich zu Gunsten der Thüringer aus. Fünf Spiele sind aus Jenaer Optik seit der Klatsche in Gotha vergangen, vier Siege sowie die nur äußerst unglückliche 87:91-Niederlage bei Tabellenführer Würzburg stehen als statistisch stumme Zeugen dafür, dass sich das Harmsen-Team für den Rückrunden-Verlauf noch einiges vorgenommen hat. Mit dem klaren 94:74-Derbysieg gegen Chemnitz im Rücken dürfen sich Jenas Korbjäger auch am Neckar durchaus berechtigte Hoffnungen auf zwei eminent wichtige Pluspunkte machen. Das Team von Frenkie Ignjatovic wackelte unterdessen an den zurückliegenden Spieltagen gleich zweimal. Während die MLP Academics am vergangenen Sonntag nicht sonderlich überraschend in Würzburg mit 73:88 unterlagen, darf die 61:72-Pleite in Paderborn durchaus in die Rubrik „faustdicke Überraschung“ eingeordnet werden.Eine weitere nicht ganz so faustdicke Überraschung darf sich am Sonntag aus Jenaer Optik gern anschließen.
Tom Prager





















