Veranstaltung an der Uni Jena zeigte Chancen kreativer Karrierewege auf

0
1629
Fliesenstudio Arnold

„Ich wünschte, es hätte mehr Veranstaltungen wie diese in meiner Studienzeit gegeben“, sagt Andreas Pallenberg vom Wissenschaftsladen (WILA) Bonn. Er gehörte zu den Referenten bei der Veranstaltung „Geisteswissenschaften – und was dann?“, die vom K1-Gründerservice der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) und der Promovierendenvertretung DR.FSU Ende vergangener Woche ausgerichtet wurde.

Der Workshop informierte über Chancen kreativer Karrierewege, Gründung und Selbstständigkeit für Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler abseits der Wissenschaft. Er richtete sich an Promovierende sowie Master-Absolventinnen und -Absolventen. Das große Interesse und mehr als 50 Teilnehmende bestätigten, was Frederik Lindner vom K1-Gründerservice auf den Punkt bringt: „Wir haben offenbar einen Nerv getroffen“.

„In den Geisteswissenschaften gibt es nur wenig direkte und geebnete Karrierewege“, weiß Linn Burchert vom DR.FSU. „Es können und möchten nicht alle in der Wissenschaft bleiben – damit sind viele Unsicherheiten verbunden. Da wir mit einem geisteswissenschaftlichen Studien- oder Promotionsabschluss noch keinen Beruf erlernt haben, stellt sich die Frage, welche Tätigkeitsfelder uns offenstehen“, sagt die Kunstgeschichtsdoktorandin und ergänzt: „Dieser Workshop gab viele Antworten und wichtige Anregungen“.

Der Bonner Referent Andreas Pallenberg zeigte in seinem Vortrag eine Reihe von Berufsfeldern für Promovierte auf und gab Hinweise zur Bewerbung. Er wies deutlich auf den selbstbewussten Umgang mit den eigenen Qualifikationen und Stärken hin, die es auf dem undurchsichtigen Stellenmarkt gezielt zu vermitteln gilt: „Sie werden überall gebraucht, aber nirgends gesucht“, so Pallenberg.

Torsten Schwarz vom K1-Gründerservice informierte über Perspektiven in der Selbstständigkeit. Der Gründerservice unterstützt Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Alumni bei der Entwicklung und Konkretisierung von der Geschäftsidee bis zur Gründung des eigenen Unternehmens.

Die Vorträge wurden durch drei Erfahrungsberichte abgerundet, die einen persönlichen Einblick in verschiedene Berufswege und -felder gaben. Eine Referentin zeigte auf, dass man auch als Geisteswissenschaftlerin gute Einstiegschancen in Wirtschaftsunternehmen hat. Zwei Berichte aus dem Bereich der Selbstständigkeit machten Chancen, Fallstricke und Vorteile selbstständigen Arbeitens und Gründens greifbar.

„Von den Teilnehmenden wurde die Möglichkeit, mit den Vortragenden direkt ins Gespräch zu kommen und die eigenen Probleme zu schildern, sehr begrüßt“, bemerkt Moderator Martin Kalthaus vom DR.FSU. „Für mich waren besonders die Erfahrungsberichte zur Selbstständigkeit hilfreich, da ich mich momentan nebenberuflich selbstständig mache“, resümiert die Teilnehmerin Ria Stangneth. „Aber auch der Blick über den Tellerrand auf fachübergreifende Stellenmöglichkeiten und wie man sich auf solche Stellen am besten bewirbt, war sehr interessant“, sagt die Psychologie-Doktorandin.
Nach diesem erfolgreichen Auftakt und dem positiven Feedback der Teilnehmenden wollen der K1-Gründerservice und DR.FSU auch in Zukunft solche Veranstaltungen organisieren. Konkrete Vorschläge und Bedarf können jederzeit an den DR.FSU herangetragen werden.

Der DR.FSU ist die gewählte Interessenvertretung der Doktorandinnen und Doktoranden an der Universität Jena und darüber hinaus. Seit nunmehr drei Jahren agiert das Gremium als ‚Beratungsstelle auf Augenhöhe‘ für Fragen und Probleme rund um die Promotion und vertritt die Belange der Promovierenden auf Hochschulebene. In diesem Jahr bildete sich eine Arbeitsgruppe zum Thema Karriereplanung, die den Workshop mit dem K1-Gründerservice gemeinsam konzipierte.

Vom 21. bis 25. September 2015 veranstaltet der K1-Gründerservice eine Ferienakademie zum Thema Gründungsmanagement, die über Finanzierung, Businessplan, rechtliche Grundlagen und vieles mehr rund um den Schritt in die Selbstständigkeit informiert (www.ferienakademie2015.de).

(Zum Beitragsbild: Andreas Pallenberg vom Wissenschaftsladen Bonn gehörte zu den Referenten beim Workshop „Geisteswissenschaften – und was dann?“ an der Uni Jena. Foto: K1 – Der Gründerservice/FSU)

Fliesenstudio Arnold