Entscheidung fiel an der Linie

0
1275

Die Stimme des Kommentators von „Radio Rhöndorf“, der vom Spiel der Oettinger Rockets Gotha gegen die Dragons Rhöndorf live aus der „Blauen Hölle“ berichtete, überschlug sich 26 Sekunden vor Ende der Partie. Die Gastgeber liegen mit vier Punkten zurück, als Albert Kuppe bei einem Dreierversuch gefoult wird und sein Gegenspieler zusätzlich ein Technisches Foul kassiert.

Fünf Freiwürfe bekommen die Rockets zugesprochen, an die Linie gehen erst Albert Kuppe und danach David Watson. Die Fans halten den Atem an, doch leider hilft es nichts: Lediglich einer von fünf Freiwürfen findet sein Ziel. Kurz darauf springt der Rhöndorfer Kommentator auf und lässt sein Mikrofon im Stich, um mit seinen Dragons einen knappen und glücklichen 79:75-Auswärtssieg zu bejubeln (Die Gothaer Internetzeitung berichtete gestern).

Bereits vor dem letzten Heimspiel des Jahres 2011 war klar, dass es für die Rockets ein hartes Stück Arbeit werden würde, gegen die aufstrebenden Rhöndorfer zu bestehen. Zum einen, weil die Gäste im Laufe der Saison immer besser in Fahrt gekommen sind und zurecht auf dem fünften Tabellenplatz stehen, zum anderen, weil den Gothaern mit Leo Niebuhr (Mittelohrentzündung) und Dmitrij Kreis (Knöchelverletzung) gleich zwei wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen.

Die alleinige Verantwortung im Spielaufbau lastete somit auf den Schultern von Konstantin Klein. Gästetrainer Eric Detlev wusste das natürlich und ließ den Rockets-Spielmacher von Beginn an hart und eng verteidigen. Mit Erfolg, provozierte er doch auf diese Weise etliche Gothaer Ballverluste in den Anfangsminuten der Partie, die sein Team wiederum offensiv ausnutzen und eine 9:2-Führung herausspielen konnte. Doch ab der vierten Minute fingen sich die Rockets und starteten eine erste Aufholjagd, die zu einem Spielstand von 21:21 zum Ende des ersten Viertels führte. Das Highlight des Spielabschnitts war ein beidhändiger Monsterblock von Marcus Monk, bei dem er den Ball deutlich über Ringniveau „ans Brett nagelte“.

Das zweite Viertel eröffnete Albert Kuppe gleich mit einem Dreier, dem er kurz darauf einen weiteren folgen ließ. Beim Spielstand von 35:27 schepperte es gewaltig im Rhöndorfer Ring: Torvoris Baker stieg gegen Florian Koch hoch und hämmerte den Ball durch die Reuse – Slam Dunk mit Foul! Den anschließenden Freiwurf verwandelte er und sorgte so für die höchste Gothaer Führung in diesem Spiel (38:27, 16. Minute). Doch die Dragons waren weit davon entfernt, sich geschlagen zu geben, und verkürzten bis zur Halbzeitsirene den Rückstand bis auf zwei Zähler – zum Stand von 40:38. Noch vor der Pause kassierte Konstantin Klein unglücklich sein viertes Foul, wodurch Trainer Marko Simic gezwungen ist, ihn vom Feld zu nehmen. Die Rolle des Spielmachers übernahm nun David Watson.

Obwohl David Watson auf der Point-Guard-Position einen guten Job macht, verlieren die Rockets im dritten Viertel ihren Rhythmus. Mitte des Viertels kommt „Konsti“ zurück ins Spiel, doch leider nur für kurze Zeit: Nach weniger als zwei Minuten muss er nach seinem fünften Foul wieder auf der Bank Platz nehmen. Nachdem auch gegen Tim Unterluggauer noch ein Technisches Foul gepfiffen wird, verlieren die Gothaer ihre gewohnte Selbstsicherheit. Die Gäste nutzen die Gunst der Stunde und übernehmen ihrerseits wieder die Führung, die sie bis zum Zwischenstand von 55:66 ausbauen können.

Im Schlussabschnitt galt es nun, über großen kämpferischen Einsatz wieder zurück in die Partie zu finden. Das gelang den Gastgebern durch Punkte von Kuppe, Jarmusz und Unterluggauer, der mit zwei verwandelten Freiwürfen den Rückstand bis auf drei Punkte schmelzen ließ (65:68, 34. Min.). Doch die Hoffnungen der Gothaer wurden rasch gezügelt, da Nick Larsen im folgenden Angriff einen Dreier im Rockets-Korb versenkte. Dennoch blieb Gotha dran und kämpfte weiter, bis es zu der eingangs beschriebenen Situation kam und die Chance bestand, mit fünf Freiwürfen das Spiel zu drehen. Nachdem nur einer der Würfe sein Ziel fand, drückten Watson und Kuppe noch dreimal von der Dreierlinie ab, doch das Glück blieb aus.

Leider hat’s nicht damit geklappt, die weiße Heimweste der Rockets zu wahren. Rhöndorf gewinnt – zwar mit ein wenig Glück, aber doch verdient – das Auswärtsspiel und fügt den Oettinger Rockets Gotha die dritte Saisonniederlage zu.

TRIKOT-VERSTEIGERUNG: Während des Heimspiels wurde ein vom gesamten Rockets-Team unterschriebenes Trikot meistbietend unter den Zuschauern versteigert. Den Zuschlag bei einem Preis von 170 Euro bekam letzten Endes Rockets-Fan Benjamin Patega. Der Erlös kommt dem Projekt „BasKIDball in Gotha“ zugute.

Oettinger Rockets Gotha – Dragons Rhöndorf  75:79 (40:38)

Oettinger Rockets Gotha: Monk (11 Punkte | 3 von 3 Freiwürfen), Jarmusz (3 | 1 Dreier), Watson (6 | 0 von 2 | 2 Dreier), Rauch, Klein (4 | 2 von 3), Kuppe (31 | 1 von 7 | 6), Baker (18 | 3 von 3 | 1), Unterluggauer (2 | 2 von 4)

Viertel: 21:21 | 19:17 | 15:28 | 20:13

Fliesenstudio Arnold