Männer! – Viele von ihnen lieben offenbar den Krach und das Krachen. Nicht jedem und schon gar nicht jeder gefällt das. Ich im Kriege geborene Leisetreterin erinnere mich nur mit größtem Schaudern an die Bomber über Gotha, sondern auch ans jüngste, erneut niederschmetternde Getöse des Jahreswechsels. Ein Radau wie bei`nem Luftangriff! Und genug Verletzte und Leichen gab’s ja auch. Mir jedenfalls reichte es vollauf. Wem das jetzt makaber oder pietätlos vorkommt, dem sei unumwunden zugestimmt. Ich bin pappesatt nach diesem Januar. Es gibt mir inzwischen einfach zu viele Tage, an denen die Welt zu laut ist – selbst dann, wenn sie nur flüstert. Unsereiner steht dann auf, trinkt seinen Kaffee, liest Schlagzeilen nur noch quer und denkt sich: Ach so. Aha. Schon wieder. Früher hätte man sich sicher noch aufgeregt, heute wird die Brille zurechtgerückt und manche(r) fragt sich lyrisch oder nostalgisch verträumt, wo eigentlich das sichere Geländer geblieben ist, an dem man sich einstmals innerlich festhalten konnte.
Was indes sicher zu bleiben scheint, ist auch im 2026. Jahre nach Beginn unserer christlichen Zeitrechnung der poetische Volkston unserer gesamtgermanischen Stammtische. Wie oft schon hieß es in Zeiten perspektivloser Ausweglosigkeit (sogar in den Luftschutzkellernächten meiner Kinderzeit) aufmunternd: „Zähne hoch und Kopf zusammengebissen! Keine Feier ohne Meier!“
Gut, viele ältere Freunde des FC Bayern München werden nun berechtigt auf ihren legendären Torwarthelden Sepp Maier verweisen und korrekte Schreib- weise einfordern. Wohlan denn, ich muss wohl diesem Wunsche willfahren und korrigiere einsichtig: „Nain, kaine Faier ohne Maier!“
Recht so? – Passt ja auch zum großen Fußballereignis im Sommer dieses noch jungen Jahres: Weltmeisterschaft in Mexiko und den USA sowie deren 51. Bundesstaat Kanada. Obschon der staatliche Anschluss des flächenmäßig zweitgrößten Landes dieses Erdballes noch nicht endgültig festzustehen scheint. Die Kanadier – egal, ob englisch- oder französischsprachig – haben nämlich noch Einwände, wollen sich nicht so richtig über’n Tisch und in die benachbarte Großmacht ziehen lassen..
Indes: Ich ziehe in kurzer Rückschau eine Parallele zum Jahr 1990. Nein, nicht was Sie wieder denken. Keine hämische Nölerei wegen unseres heimischen Vereinigungsanschlusses, sondern ein Blick auf Kaiser Franzens Bundes-Beckenbauerbubis, die in Italien den Titel samt Pokal holten und dann im Felde „auf Jahre unbesiegbar“ sein sollten, wie der Teamchef seinerzeit siegestrunken vermutete.
Und genau dahin wollen wir ja wieder! Das von mir oft und gern zitierte Witzwort von den 80 Millionen Bundestrainern bleibt insofern wohl zeitlos, weil wir uns ja fast alle wie Bolle auf das Championat freuen. Vorfreude halt! Schönste Freude! Ganzjähriges Freuen bis zum Advent!
Gerade für uns Goth’sche sollte diese permanente Hochstimmung nach dem turbulenten Jubiläumsjahr von besonderem Wert sein! Denn ansonsten wird wohl 2026 nicht allzu ville los sein, hm? Leerstand in Festsälen und Festhallen? Leerlauf bei den Festredenschreibern? Wo bleibt uns da die Festtagsfreudigkeit? – Nun, hier weiß ich Rat: Denn lange, sehr lange schon erfreu(t)e ich mich am stetigen Wachsen und Gedeihen unseres lieben Lümmels, des inzwischen 24-jährigen Oscars, der doch wohl nun die Flegeljahre überstanden haben sollte!
Nächstes Jahr wird der Bengel also 25! Ein Vierteljahrhundert! Aus dem Gröbsten isser `raus! Wie schön, Junge, dass es dich gibt! Und deshalb feiere ich dein besonderes, eigentlich fürs nächste Jahr vorgesehene Jubiläum bereits jetzt und demnach schon mal vor. Dieses 2026 wird mein und dein, also unser Jubeljahr sein – noch ohne Trubel, aber doch hoffentlich mit viel Heiterkeit!
Und wenn dann im nächsten Januar die offiziellen Feiern beginnen, haben wir nicht nur schon vorgefetet, sondern uns auch gehörig vorgefreut. Und wir alle sind eingeladen, uns bis dahin mitzufreuen! Hinz und Kunz! Müller, Lehmann, Schmidt und Schulz! Meier, Mayer und Meyer. Ja – und alle Maiers natürlich auch! Denn wir wissen ja: Kaine Faier ohne sie!
Heidi Eckenkieker
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 1 (2026)






















