„Ächt brittische“ Fächer im Fliederzimmer auf Schloss Friedenstein Gotha

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Fliesenstudio Arnold

„Schicken Sie mir doch auch schöne éventails (französische Bezeichnung für Fächer) von der ganz neuesten Mode, …, indische, japanische, chinesische, aber auch ächt brittische, …“ – schrieb Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg  vor gut 200 Jahren an Joseph Meyer in London.

Meyer, der spätere Lexika-Verleger und Begründer des weltberühmten Bibliographischen Instituts war von 1817 bis 1820 in einem Londoner Exportgeschäft tätig und erwarb in dieser Zeit im Auftrag des Herzogs zahlreiche Objekte für die vielfältigen Gothaer Kunstsammlungen – darunter auch „Sonnenfächer und Luftwedel“.

Dank dieser besonderen Sammelleidenschaft Herzog Augusts, bewahrt die Stiftung Schloss Friedenstein heute eine der bedeutendsten musealen Fächersammlungen Deutschlands. Sie umfasst annähernd 300 Fächer europäischer und ostasiatischer Provenienz des 16. bis 20. Jahrhunderts sowie einige ethnographische Exemplare des 19. Jahrhunderts aus dem Orient, aus Südostasien und aus Amerika.

Neben wechselnden Ausstellungen im Schloss Friedenstein, wurden Teile der Gothaer Fächersammlung bereits in Düsseldorf, Braunschweig, München und London präsentiert.
Dank großzügiger Förderung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung konnte 2007 ein Bestandskatalog publiziert werden.

Die traditionsreiche Geschichte der Gothaer Fächersammlung aber auch deren heutige Pflege und öffentliche Präsentation hatten die Münchner Sammlerin Ute Michaels Ende letzten Jahres dazu bewogen, fast 500 Fächer aus ihrer privaten Stiftung als Dauerleihgabe der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha anzuvertrauen.

Nachdem bis vor wenigen Wochen eine erste Auswahl von Fächern der Stiftung Ute Michaels im Schloss Friedenstein präsentiert wurde, erwartet den Museumsbesucher im Westflügel nun eine neue Präsentation. Gezeigt werden, passend zum Deutsch-Englischen Jahr in Gotha, englische Fächer des18. Jahrhunderts – aus der Sammlung Herzog Augusts und aus der Stiftung Ute Michaels. Die Bandbreite der Miniaturmalereien auf den fragilen wie kostbaren Kunstwerken reicht von Darstellungen alttestamentarischer Erzählungen über Themen aus der griechisch-römischen Geschichte und der antiken Mythologie bis hin zu den im 18. Jahrhundert beliebten galanten Szenen.

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie das Adonisröschen zu seinem Namen kam oder weshalb der griechische Held Herkules bei Omphale seine Keule abgeben und stattdessen Garn spinnen musste, kann dies in der aktuellen Präsentation erfahren, die noch bis 30. Oktober 2011 im Fliederzimmer im Westflügel auf Schloss Friedenstein zu sehen sein wird.

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