In seinem Informationsbericht zur Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch hat der Oberbürgermeister Knut Kreuch beiläufig erwähnt, dass die Stadt Gotha ein Interessensbekundungsverfahren in Gang gesetzt hat, mit dem ein Verkauf der städtischen Waldflächen oder deren Vergabe in Erbpacht geprüft werden soll.
Die Gothaer Kreisverbände von NABU; BUND und Bündnis 90/Die Grünen lehnen einen Verkauf des umfangreichen Gothaer Stadtwalds jedoch kategorisch ab.
Albrecht Loth, NABU-Vorstandsmitglied und grünes Stadtratsmitglied erklärt dazu:
„Große Teile von Seeberg und Krahnberg, darunter auch umfangreiche städtische Flächen, sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen – der Krahnberg als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), der Seeberg als FFH- und Naturschutzgebiet – was eine forstwirtschaftliche Nutzung weitestgehend ausschließen sollte. Das nach einem Verkauf des Stadtwalds die wirtschaftlichen Belange des Waldeigentümers aber bekanntlich klar und eindeutig Priorität besitzen werden, ist jedoch absehbar. Das wurde 2012 auf dem Krahnberg deutlich, als bei der Umsetzung von umfangreichen Waldwegebauten durch einen privaten Waldeigentümer in einem der sensibelsten Bereiche des FFH-Gebiets die Belange des Naturschutzes in einem absolut inakzeptablen Maße wirtschaftlichen Interessen geopfert wurden.
Bedenkt man, dass allein auf dem Krahnberg ca. 40 ha Stadtwald im FFH-Gebiet liegen, die bis unmittelbar an den Bürgerturm heranreichen, so kann sich jeder ausmalen, was das zukünftig möglicherweise für das Erscheinungsbild eines der wichtigsten Gothaer Naherholungsgebiete bedeuten wird. Wir fragen uns, wie sich das mit dem Bekenntnis der Stadt Gotha zur Lokalen Agenda verträgt, die auch den Schutz natürlicher Ressourcen beinhaltet, was aus unserer Sicht selbstverständlich auch einen sensiblen Umgang mit dem Allgemeingut Wald einschließt. Die Stadt steht daher in der Pflicht, sich klar und eindeutig zu ihrem Wald zu bekennen, anstatt diesen für einen kurzfristigen finanziellen Vorteil zu veräußern.“





















