Der NABU Thüringen zieht eine vorläufige Bilanz des Storchenjahres in Thüringen

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Laut Naturschutzbund (NABU) Thüringen war dieses Jahr ein gutes Jahr für Weißstörche im Freistaat. Das derzeitig vorliegende Zwischenergebnis zeigt, dass unter anderem infolge der warmen und trockenen Witterung die Nestlingsverluste gering blieben.

NABU-Mitglied Klaus Schmidt aus Barchfeld sammelt seit über 50 Jahren die Brutergebnisse von Thüringen und dokumentiert diese gewissenhaft. „Im letzten Jahrzehnt hat sich der Brutbestand des Weißstorches in Thüringen verdoppelt. Gründe dafür sind die zunehmende Ansiedlung von Jungstörchen aus Südwest-Deutschland, die Schaffung von neuen Nisthilfen und die Verringerung der Verluste an Strommasten“, erklärt der Storchenexperte des NABU.

Mit 86 flüggen Jungstörchen wurde 2014 ein Rekordwert für den Freistaat Thüringen verzeichnet. „In der jetzt zu Ende gehenden Saison war der Bruterfolg noch besser. Nach bisher vorliegenden Angaben wird der Vorjahreswert überboten“, freut sich Klaus Schmidt. „Infolge der warmen und trockenen Witterung blieben die Nestlingsverluste gering. Die mangelnde Zahl kleiner Nahrungstiere aus trocken gefallenen Feuchtwiesen wie zum Beispiel Frösche, Regenwürmer und Heuschrecken, konnten durch Mäuse- und stellenweise durch Hamsterfänge ersetzt werden.“ Der Nährwert der Kleinsäuger ist für Adebar besonders hoch und Garant für kräftigen Nachwuchs.

Im Vorjahr waren 45 Brutpaare in Thüringen ansässig. Dies war der höchste Brutbestand seit mindestens 100 Jahren. „Auch in diesem Jahr ist die Situation in Thüringen günstig. Ob die Rekordzahl der Brutpaare wiederum überboten werden kann, ist gegenwärtig noch nicht bekannt, da von etlichen Niststellen bis jetzt noch keine Angaben zum Bruterfolg gemeldet wurden“, so Schmidt.

Vielerorts wurden im letzten Jahr zusätzliche Nisthilfen geschaffen, um weiteren Störchen eine Ansiedlung zu ermöglichen. Allein der NABU Thüringen hat in den letzten zwei Jahren 21 Brutplätze für Weißstörche installiert. Jedoch nur in günstigen Nahrungsrevieren und an exponierten Standorten werden diese von den beliebten Stelzvögeln angenommen. „Erfolgreich war zum Beispiel der Bau eines Nistmastes in diesem Frühjahr bei Borxleben im Kyffhäuserkreis. Sofort siedelte sich in dem Kunstnest ein Paar an und zog drei Junge erfolgreich groß“, berichtet Klaus Schmidt.

Die meisten Storchenpaare von Thüringen leben im Wartburgkreis (11), im Kyffhäuserkreis (8) und im Landkreis Sömmerda (6). Storchenreichster Ort war wie im Vorjahr Breitungen an der Werra mit drei besetzten Nestern und 10 ausgeflogenen Jungen.

Seit Ende Juli sammeln sich die hiesigen Jungstörche in Auenlandschaften von Werra und Unstrut. Es wurden mehrfach Trupps mit bis zu 40 Individuen gesehen. Am 11. August 2015 übernachtete sogar ein ungewöhnlich großer Storchenverband von zirka 75 Tieren auf den Dächern von Gerstungen. Inzwischen sind die meisten Jungstörche schon auf dem Flug in Richtung Winterquartier. Die Altstörche folgen dann etwas später, meistens Ende August oder im September.

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