„Glut ist Geist“

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 Seitenroda. Wo der Blick das Weite findet und die Nase einen Hauch von Freiheit riecht, dort erinnert eine einzigartige Fotoausstellung an die jugendliche Freiheitsbewegung, die einst auf Wanderschuhen die Leuchtenburg eroberte. Noch bis Ende des Jahres kann man hier am Originalschauplatz interessante Einblicke in diese lebendige Zeit erhalten, denn die Ausstellung „Glut ist Geist“ ist verlängert worden.

Noch heute faszinieren die stille Weite und die atemberaubende Aussicht alle Wanderer,
wenn sie die Leuchtenburg erobern. Vor knapp 100 Jahren wurde das Verlangen nach genau dieser romantischen Naturverbundenheit zu einem Massenphänomen, das vor allem Jugendliche ansprach, die sich dem vorschriftsstrengen Alltag ihrer von preußischer  Militärgewalt bestimmten Elterngeneration widersetzten.

Auf der Flucht vor Hochindustrialisierung und Moderne führte der Weg die sogenannten „Wandervögel“ zurück ins Grüne, Ländliche, wo sie ein selbstbestimmtes, freies Leben suchten.

„Glut ist Geist“ erzählt mit originalen Fotoaufnahmen, Gästebucheinträgen, Zitaten und Gedichten davon, wie diese Bewegung die Leuchtenburg erfasste. Vor allem eine „Neue Schar“ machte sehr auf sich aufmerksam, sorgte aber gleichermaßen für den Einzug der ersten Jugendherberge Thüringens auf die Leuchtenburg.

Geschichte zum Hineindenken, Bilder zum Schmunzeln und Lieder zum Mitsingen – alles
das bietet „Glut ist Geist“ rund um den Panoramaweg der Leuchtenburg. Und wem das
vielleicht zu aufregend ist, dem schenkt die Ausstellung noch neun weitere Monate ein
ruhiges Plätzchen mit fantastischer Aussicht, wo an warmen Tagen sogar ein Liegestuhl alle (Wander-) schuhe zum Verweilen einlädt. „Glut ist Geist” lockt auch im Sommer auf die Leuchtenburg.

Foto: In Scharen zur Leuchtenburg, Quelle: Archiv der Deutschen Jugendbewegung; Julius Groß)

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