Keine Windräder im Holzlandwald

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Der Tourismusverband Jena-Saale-Holzland e.V. (TTV) wird die, am 09. Januar 2015 in Tautenhain gegründete, Bürgerinitiative „Keine Windräder im Holzlandwald“ und die aktiven Akteure im Sinne einer positiven touristischen Entwicklung der Region und der Zukunftssicherung seiner Mitglieder unterstützen. Der TTV appelliert an alle Entscheidungsträger bei dem geplanten Abschluss eines Gestattungsvertrages, zur Nutzung von Flächen für Windenergieanlagen auf den Waldflächen des ehemaligen Truppenübungsplatz der einstigen Kaserne Tautenhain, den Belangen der Entwicklung des Tourismus besonderes Gewicht zu verleihen sowie die einmaligen Naturpotenziale und Kulturlandschaften als Basis einer aufstrebenden Tourismuswirtschaft im Thüringer Holzland zu erhalten.

Der Tourismus ist vor allem für den ländlichen Raum, wie das Saaleland, von großer Bedeutung. Er ist ein wichtiger Arbeitgeber und trägt maßgeblich zur Wertschöpfung und zur regionalen Entwicklung bei. Profiteure sind nicht nur die Beherbergungsbetriebe, sondern auch viele andere Unternehmen wie Handwerk, Handel, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen usw. Eine verbesserte ländliche Infrastruktur und eine insgesamt gesteigerte Attraktivität der Region Saaleland, speziell dem Thüringer Holzland, kommen auch der einheimischen Bevölkerung zu Gute und steigern die Lebensqualität. Die potentielle Errichtung von Windenergieanlagen in den angegebenen Flurstücken hat aus Sicht des TTV große Auswirkungen auf das bisher nahezu unberührte, bekannte und geschätzte Landschaftsbild des Saalelandes, einschließlich des Eisenberger Mühltals, und damit auch wirtschaftliche Folgen auf die, vom Tourismus lebenden Wirtschaftszweige in der Region.

Eine attraktive Natur- und Kulturlandschaft ist das größte Kapital des Saalelandes, welches es zu bewahren gilt. Das Naherholungsgebiet Eisenberger Mühltal ist für den Tourismus der Urlaubsregion Saaleland ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor. Die dort angesiedelten Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe leben vom Gästeaufkommen vor Ort. Neben Übernachtungsgästen und Gruppenreisenden sind es aber vor allem auch Tagestouristen, welche in das Mühltal kommen um sich zu erholen, die unberührte Natur zu genießen, Rad zu fahren, zu Wandern oder eine traditionelle Kremserfahrt durch die Wälder im und um das Mühltal zu erleben. Innerhalb des Gebietes rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz der einstigen Kaserne verlaufen unter anderem vom TTV errichtete, attraktive Wanderwege, welche den Wanderer in das Eisenberger Mühltal führen sowie zwei Nordic Walking Strecken, welche in Abstimmung mit dem TTV, durch den Sportverein Tautenhain e.V. ausgewiesen wurden. Durch das Mühltal direkt verlaufen der Fernradweg Thüringer Städtekette (D-Route 4) sowie der Thüringer Mühlenradweg, welche ebenfalls ein hohes Gästeaufkommen mit sich bringen.

Im Rahmen der Erschließung dieses wertvollen Potentials wurde bis Ende des Jahres 2014 zudem ein, von der Stadt Eisenberg beauftragtes, Marketingkonzept erarbeitet, welches die Förderung der touristischen Entwicklung des Eisenberger Mühltals zum wesentlichen Ziel hat. Die Bewahrung des natürlichen und unberührten Charakters der Landschaft in um das Eisenberger Mühltal hat für die künftige touristische Entwicklung daher eine besondere Bedeutung.

„Der Tourismusverband ist nicht generell gegen den Ausbau der Windenergie. Es gilt dabei aber, touristisch relevante Landschaftsbilder zu schützen sowie Korridore und Sichtachsen von hoher touristischer Relevanz freizuhalten. Die künftige Windenergie sollte konzentriert an geeigneten Orten, und nicht in sensiblen Landschaften stattfinden.“, so Harald Kramer, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes. „Sollte das Hauptargument unserer Saaleland-Urlauber – Ruhe und Erholung in einem heilen Landschaftsbild – durch die Aufstellung von Windenergieanlagen in den zu erwartenden Dimensionen am geplanten Standort wegfallen, wird es aufgrund der schwindenden Attraktivität des Gebietes, einhergehend mit einem potentiellen Rückgang der Gästezahlen, zum Verlust der Existenzgrundlage unserer Mitglieder und letztlich zu einem starken Rückgang der Tourismusentwicklung in unserer gesamten Region kommen.“

The Londoner - Gotha